Am Fuß des Rabenkopfs, im Kochler Ortsteil Pessenbach, betreiben die Ötzlifte ein kleines Skigebiet für Familien und Einsteiger. Vor Ort ist es auch als Skizirkus Pessenbach bekannt. Das Gebiet besteht aus zwei aufeinanderfolgenden Schleppliften und einem Seillift. Es richtet sich an Kinder, Anfänger und alle, die ohne langen Anfahrtsweg ein paar Stunden auf Ski stehen wollen.
Lage & Anreise
Pessenbach liegt nordöstlich des Ortszentrums von Kochel am See im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, an der Strecke Richtung Benediktbeuern. Als Navigationsziel eignet sich die Adresse Gewerbegebiet Pessenbach, 82431 Kochel am See. Die Hänge ziehen sich von dort in Richtung Rabenkopf hinauf.
Mit dem Auto kommen Gäste aus München über die A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen und verlassen die Autobahn Richtung Kochel. Von Bad Tölz aus führt die Strecke über Bichl und Benediktbeuern nach Kochel. Die Anfahrt verläuft vollständig im Voralpenland, Passstraßen oder Mautabschnitte gibt es nicht.
Wer mit der Bahn anreist, fährt mit der Kochelseebahn über Tutzing bis zum Endbahnhof Kochel. Von dort sind es wenige Kilometer bis nach Pessenbach. Mit Kindern und Skiausrüstung ist das Auto meist die bequemere Wahl, für Jugendliche und Erwachsene mit leichtem Gepäck ist die Bahn eine Alternative.
Pisten & Lifte
Das Gebiet ist klein und übersichtlich. Den Hauptteil erschließt ein Schlepplift mit 800 Metern Länge. Oben schließt ein zweiter Schlepplift mit 500 Metern Länge an, der weiter hinauf Richtung Rabenkopf führt. Wer beide Lifte nutzt, kommt damit auf eine zusammenhängende Abfahrt über die gesamte Länge des Gebiets.
Für Kinder und Einsteiger gibt es einen Seillift mit 200 Metern Länge. Er bedient einen flachen Übungsbereich, auf dem die ersten Bremsversuche und Kurven ohne Druck von schnelleren Fahrern möglich sind.
Die Pisten liegen in einer Höhe zwischen gut 600 und etwa 850 Metern. Für die Schneelage bedeutet das: Der Betrieb hängt stark vom Winter ab. In schneearmen Phasen oder bei Föhn kann der Liftbetrieb ruhen, nach ergiebigen Schneefällen im Voralpenland läuft das Gebiet dagegen mit kurzen Wegen und wenig Andrang. Funpark, Flutlicht oder Skirouten gehören nicht zum Angebot.
Für wen geeignet
Anfänger
Für den Einstieg passt das Gebiet gut. Der Seillift ist leicht zu bedienen, der Übungshang überschaubar. Wer den Pflug sicher beherrscht, kann auf den unteren Schlepplift wechseln und die ersten längeren Abfahrten fahren.
Familien mit Kindern
Hier liegt die eigentliche Stärke. Eltern behalten ihre Kinder auf dem kleinen Gelände gut im Blick, und die kurze Anfahrt aus dem Münchner Süden und dem Tölzer Land macht auch einen halben Tag lohnend. Kinder, die noch nicht Schlepplift fahren können, sind am Seillift gut aufgehoben.
Fortgeschrittene
Fortgeschrittene Fahrer finden mit beiden Schleppliften ein paar abwechslungsreiche Abfahrten. Für einen Nachmittag zum Einfahren oder zum Üben der Technik reicht das. Für einen ganzen Skitag ist das Angebot zu klein.
Könner und sportliche Fahrer
Für Könner ist das Gebiet kein Ziel. Steile Hänge, lange Abfahrten oder Freeride-Gelände gibt es nicht. Wer anspruchsvolle Pisten sucht, fährt besser in größere Gebiete wie das Brauneck in Lenggries oder nach Garmisch-Partenkirchen.
Skipass & Preise
Die Ötzlifte gehören zu den kleinen Liftbetrieben, deren Tarife deutlich unter denen der großen Alpengebiete liegen. Die aktuellen Preise für Tageskarten, Nachmittagskarten und Kindertarife veröffentlicht der Betreiber auf seiner Website. Ein Blick dorthin lohnt sich vor der Anfahrt, zumal dort auch steht, ob die Lifte an diesem Tag laufen. Das Gebiet ist nach bisherigem Stand keinem größeren Skipass-Verbund angeschlossen.
Einkehr & Service
Zur Ausstattung direkt am Lift, etwa Skischule, Verleih oder Verpflegung, informiert der Betreiber auf seiner Website. Für eine Pause mit warmem Essen bietet sich das Ortszentrum von Kochel am See an, das nur wenige Autominuten entfernt ist und mehrere Gasthäuser und Cafés hat. Für die Ausrüstung empfiehlt sich bei kleinen Gebieten wie diesem, Ski und Schuhe schon vorher im Sportgeschäft zu leihen.
Tipps
- Unter der Woche laufen die Lifte in der Regel nur nachmittags, zuletzt dienstags, mittwochs und freitags von 13:00 bis 16:30 Uhr. Montag und Donnerstag war Ruhetag. Am Wochenende beginnt der Betrieb bereits um 9:00 Uhr.
- Die Nachmittagszeiten unter der Woche passen gut zu Schulkindern: direkt nach dem Unterricht hinfahren und bis zum Liftschluss üben.
- Wegen der niedrigen Lage vor jeder Fahrt auf der Website nachsehen, ob die Lifte in Betrieb sind. Nach Neuschnee im Voralpenland lohnt sich die Fahrt am meisten.
- Kinder, die zum ersten Mal auf Ski stehen, am Seillift beginnen lassen. Der Wechsel an den langen Schlepplift fällt leichter, wenn der Pflug sicher sitzt.
- Wer mit sportlichen Begleitern unterwegs ist, kann den Tag aufteilen: Die Einsteiger bleiben in Pessenbach, die anderen fahren ins größere Brauneck oder an den Blomberg bei Bad Tölz.
- Die Kochelseebahn endet in Kochel. Für Jugendliche ohne Auto ist die Anreise mit dem Zug aus dem Münchner Raum damit gut machbar.


