Das Brauneck ist ein Ausläufer der Benediktenwand in den Bayerischen Voralpen und der Hausberg von Lenggries im oberbayerischen Isarwinkel. Zusammen mit dem Bereich Wegscheid bildet es ein Skigebiet mit 34 Pistenkilometern, das vor allem Tagesgäste aus München und dem Oberland anzieht. Wer einen vollen Skitag ohne lange Anfahrt sucht, findet hier genug Abwechslung. Für eine ganze Skiwoche ist das Angebot überschaubar.

Lage & Anreise

Das Gebiet liegt am Südwestrand von Lenggries, oberhalb des Isartals. Der Ortsteil Wegscheid schließt sich an und besitzt einen eigenen Zugang zu den Liften. Die nächste größere Stadt ist Bad Tölz, München liegt gut eine Autostunde entfernt.

Mit dem Auto führt die übliche Route von München über die A8 bis zur Ausfahrt Holzkirchen und weiter auf der B13 über Bad Tölz nach Lenggries. Alternativ fahren viele über die A95 und durch das Loisachtal. An der Talstation der Brauneck Bergbahn gibt es Parkplätze. Zu Gebühren und Kapazitäten informiert die Website der Bergbahn.

Mit der Bahn ist das Brauneck gut erreichbar: Lenggries ist Endstation der Regionalzüge ab München Hauptbahnhof. Vom Bahnhof ist die Talstation in kurzer Zeit mit dem Bus erreichbar. Die Bergbahn wirbt ausdrücklich um Gäste, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen, deshalb lohnt vor der Fahrt ein Blick auf mögliche Kombiangebote aus Zugfahrt und Skipass.

Pisten & Lifte

Das Skigebiet umfasst 34 Pistenkilometer und 16 Liftanlagen. Das Rückgrat ist die Brauneck Bergbahn, eine Kabinenbahn mit 70 Kabinen für jeweils vier Personen. Sie bringt Gäste in 12 Minuten von Lenggries hinauf auf 1.556 Meter. Von dort verteilen sich die Abfahrten über die Nord- und Ostflanken des Bergs, ergänzt durch Sessel- und Schlepplifte.

Die Talstation liegt auf rund 700 Metern, daraus ergibt sich eine Höhendifferenz von gut 850 Metern. Das ist für die Voralpen beachtlich und erlaubt lange Abfahrten bis ins Tal. Die Kehrseite ist die niedrige Lage: Gerade die unteren Pisten und die Talabfahrt hängen stark von Temperatur und Naturschnee ab. Teile des Gebiets werden technisch beschneit, trotzdem ist die Saison im unteren Bereich wetterabhängiger als in höher gelegenen Gebieten.

Der Bereich Wegscheid bietet flachere Hänge und eignet sich gut zum Einsteigen, während sich die anspruchsvolleren Abschnitte eher im oberen Teil des Brauneck finden. Die Bereiche sind über Pisten und Lifte miteinander verbunden.

Für wen geeignet

Anfänger finden im Bereich Wegscheid und an den flacheren Hängen ausreichend Übungsgelände. Der Einstieg ist ohne Gondelfahrt möglich, was für die ersten Skitage angenehm ist.

Familien mit Kindern profitieren von der kurzen Anreise, der Bahnverbindung und den Hütten, die ein Aufwärmen zwischendurch einfach machen. Einen Tag mit gemischten Könnensstufen bekommt man hier gut organisiert.

Fortgeschrittene Fahrer kommen auf ihre Abfahrtsmeter, vor allem wenn die Talabfahrt geöffnet ist. Die Höhendifferenz von gut 850 Metern ist ein echter Vorteil gegenüber vielen kleineren Gebieten im Oberland.

Könner, die breite Hochalpen-Pisten, lange Skirouten oder großes Freeride-Gelände suchen, stoßen nach einem Tag an Grenzen. Auch für eine ganze Urlaubswoche mit sportlichen Ansprüchen ist das Gebiet zu klein. Wer im Frühjahr oder bei milden Wintern verlässlichen Schnee bis ins Tal erwartet, ist in höher gelegenen Gebieten Tirols besser aufgehoben.

Skipass & Preise

Die aktuellen Tarife für Tageskarten, Halbtageskarten, Mehrtageskarten und Kinder veröffentlicht die Brauneck Bergbahn auf ihrer Website. Dort stehen auch Hinweise zu Familienangeboten und Saisonkarten.

Ein bekanntes Angebot ist der sogenannte Mittwochskracher: An Mittwochen gab es eine Tageskarte für das gesamte Skigebiet zum Preis von 36 Euro. Ob und zu welchen Konditionen das Angebot in der Saison 2026/27 gilt, lässt sich auf der Website der Bergbahn nachlesen.

Im Sommer bietet die Bergbahn einzelne Aktionstage an, an denen Kinder bis 15 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen kostenlos fahren. Für den Winter lohnt es sich, gezielt nach Familien- und Kinderermäßigungen zu fragen.

Einkehr & Service

Am Brauneck gibt es mehrere Hütten und Gasthöfe, die im Winter über die Pisten erreichbar sind. Einen Überblick mit Lage und Öffnungszeiten stellt die Bergbahn auf ihrer Website bereit. Bei der Planung hilft es, dort vorab zu prüfen, welche Häuser an Wochentagen geöffnet haben.

In Lenggries sind Skikurse und Skiverleih möglich. Wer mit Kindern kommt oder Ausrüstung leihen muss, sollte gerade für Wochenenden und Ferien vorab reservieren.

Tipps

  • Mittwoch einplanen: Der Mittwochskracher macht den Wochentag zur günstigsten Gelegenheit für einen vollen Skitag, sofern das Angebot in der aktuellen Saison gilt.
  • Mit dem Zug kommen: Lenggries ist Endbahnhof, man muss also nicht auf den richtigen Ausstieg achten. Das erspart an Wochenenden die Parkplatzsuche an der Talstation.
  • Talabfahrt prüfen: Bei milder Witterung lohnt vor der Anfahrt ein Blick in den Pistenbericht der Bergbahn, ob die Abfahrt bis Lenggries befahrbar ist. Sonst fährt man mit der Gondel zurück ins Tal.
  • Wegscheid für Einsteiger nutzen: Wer mit Anfängern oder kleinen Kindern kommt, startet am besten direkt im Bereich Wegscheid und spart sich die Gondelfahrt.
  • Wochenenden meiden, wenn möglich: Durch die Nähe zu München ist an Samstagen und Sonntagen mit mehr Betrieb zu rechnen als unter der Woche.
  • Betriebszeiten vorab checken: Die Liftzeiten ändern sich im Lauf der Saison, die aktuellen Zeiten stehen auf der Website der Bergbahn.

Häufige Fragen

Kann man am Brauneck auch im Sommer mit der Bergbahn fahren?

Ja. Die Brauneck Bergbahn fährt auch außerhalb der Skisaison und erschließt ein Wandergebiet. Zudem ist das Brauneck ein bekanntes Fluggelände für Gleitschirmflieger mit Startplätzen in mehrere Himmelsrichtungen.

Lohnt sich das Brauneck für einen Tagesausflug ab München?

Für einen Tag ja. Mit 34 Pistenkilometern und über 850 Höhenmetern ist genug Abwechslung für einen vollen Skitag vorhanden, die Anreise mit Auto oder Bahn ist kurz.

Wie schneesicher ist das Brauneck?

Der obere Bereich liegt auf gut 1.500 Metern, die Talstation auf rund 700 Metern. Oben ist die Lage deutlich stabiler als unten. Die Talabfahrt hängt stark vom Winter ab.