Wer in Oberammergau Kindern das Skifahren beibringen will, findet mit den Wankliften eine überschaubare Anlage direkt am Ort. Das kleine Familienskigebiet liegt im Ammertal in den Ammergauer Alpen, Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Es ist ein Ziel für die ersten Schwünge und für entspannte Stunden am Hang, kein Gebiet für lange Skitage mit vielen Abfahrten.
Lage und Anreise
Die Lifte liegen am Rand von Oberammergau, die Zufahrt erfolgt über den Kreislainenweg. Der Ort selbst ist bekannt als Schauplatz der Passionsspiele und liegt in Tallage zwischen Laber, Kofel und den Bergen rund um das Graswangtal. Nach Ettal sind es wenige Kilometer, nach Garmisch-Partenkirchen fährt man etwa eine halbe Stunde.
Mit dem Auto kommt man aus Richtung München über die A95. Nach dem Autobahnende geht es auf der B2 bis Oberau und von dort auf der B23 über den Ettaler Berg nach Oberammergau. Die Steigung am Ettaler Berg ist steil. Bei Schneefall braucht es hier gute Winterreifen, und an Wochenenden staut es sich auf dieser Strecke gelegentlich. Aus Richtung Schongau und Peiting erreicht man Oberammergau von Norden ebenfalls über die B23, ohne den Ettaler Berg befahren zu müssen. Von München aus sollte man je nach Verkehr mit gut einer bis eineinhalb Stunden Fahrzeit rechnen.
Mit der Bahn ist Oberammergau gut angebunden. Die Ammergaubahn fährt ab Murnau, das an der Strecke München nach Garmisch-Partenkirchen liegt, bis in den Ort. Oberammergau ist Endstation. Vom Bahnhof aus bleibt man innerhalb des Ortes, Informationen zu Parkmöglichkeiten und zum Weg an den Lift veröffentlicht der Betreiber auf seiner Website.
Pisten und Lifte
Die Wanklifte sind eine kleine Anlage mit wenigen Liften und kurzen, übersichtlichen Hängen. Das Gelände eignet sich für Einsteiger und Kinder, die das Liftfahren und die ersten Kurven üben wollen. Wer lange, abwechslungsreiche Abfahrten sucht, ist hier falsch.
Entscheidend für die Saison ist die Höhenlage. Das Gebiet liegt auf Talniveau von Oberammergau und damit deutlich unter der Höhe klassischer Alpenskigebiete. Das heißt: Der Betrieb hängt stark vom Winter ab. In schneereichen Wochen läuft der Lift zuverlässig, in milden Phasen kann er über längere Zeit stillstehen. Vor jeder Anfahrt lohnt deshalb ein Blick auf den aktuellen Betriebsstatus auf der offiziellen Website.
Für wen geeignet
Anfänger und Kinder sind die eigentliche Zielgruppe. Kurze Wege, ein überschaubarer Hang und die Nähe zum Ort machen es leicht, auch nur einen Vormittag oder Nachmittag einzuplanen. Eltern behalten den Nachwuchs im Blick, und wer eine Pause braucht, ist schnell im Ort.
Familien mit gemischtem Können finden hier einen guten Einstieg. Kinder, die gerade vom Pflug in den Parallelschwung wechseln, können am gleichen Hang in Ruhe Runden drehen.
Fortgeschrittene und sportliche Fahrer werden sich hier schnell langweilen. Für sie ist das Gebiet höchstens eine Ergänzung, etwa wenn die Kinder üben und die Eltern mitfahren. Für einen ganzen Skitag mit Anspruch sind die größeren Gebiete rund um Garmisch-Partenkirchen die bessere Wahl, etwa das Garmisch-Classic oder die Zugspitze mit ihrem Gletscherskigebiet.
Skipass und Preise
Die aktuellen Tarife für Tageskarten, Halbtageskarten und Kinderkarten veröffentlicht der Betreiber auf wintersport-oberammergau.de. Bei kleinen Familienliften dieser Art fällt der Tagespreis in der Regel deutlich niedriger aus als in großen Skigebieten, und oft gibt es Karten für kürzere Zeiträume, die sich für Kinder mit begrenzter Ausdauer eher lohnen als eine volle Tageskarte. Wer mehrere Tage im Ammertal verbringt, sollte beim Betreiber nach Mehrfach- oder Saisonkarten fragen.
Einkehr und Service
Der Vorteil der Ortslage: Gastronomie, Unterkünfte und Einkaufsmöglichkeiten liegen in Oberammergau direkt in der Nähe. Wer einen Ausflug daraus macht, kann die Einkehr mit einem Abstecher zum Kloster Ettal verbinden, das nur wenige Kilometer entfernt liegt. Angaben zu Skischule, Verleih und Aufenthaltsmöglichkeiten direkt am Lift finden sich auf der Website des Betreibers.
Tipps
- Vor der Anfahrt den Betriebsstatus prüfen. Durch die niedrige Lage ist der Lift bei milder Witterung oft geschlossen, auch mitten im Winter.
- Wer aus München kommt, kann mit der Bahn über Murnau anreisen und umgeht so den Ettaler Berg, der bei Schnee und an Wochenenden die kritische Stelle der Anfahrt ist.
- Oberammergau ist ein Zentrum für Langlauf. Im Ammertal und Richtung Ettal und Graswang verlaufen Loipen, auf denen auch der König-Ludwig-Lauf ausgetragen wird. So lässt sich ein Skitag der Kinder gut mit einer Langlaufrunde der Eltern kombinieren.
- Für sportlichere Familienmitglieder bietet sich ein Tag in Garmisch-Partenkirchen an, während der Nachwuchs an den Wankliften übt. Die Fahrt dorthin dauert etwa eine halbe Stunde.
- Bei wenig Schnee oder als Ergänzung zum Liftbetrieb lohnt ein Blick auf die Laber Bergbahn im Ort, deren Winterbetriebszeiten der Betreiber bekannt gibt.
Häufige Fragen
Lohnt sich die Anfahrt für einen ganzen Tag?
Für Kinder und Einsteiger ja, sofern Schnee liegt. Für geübte Fahrer reicht das Angebot eher für ein paar Stunden.
Wie erfahre ich, ob die Lifte geöffnet sind?
Der aktuelle Betriebsstatus steht auf der offiziellen Website unter wintersport-oberammergau.de. Wegen der Tallage sollte man ihn am Tag der Anreise prüfen.
Kann man ohne Auto anreisen?
Ja. Die Ammergaubahn verbindet Murnau mit Oberammergau, und die Lifte liegen im Ort.


