Lage & Anreise
Corviglia liegt direkt oberhalb von St. Moritz im Oberengadin, Kanton Graubünden. Das Gebiet erstreckt sich über den Nordhang des Tals zwischen Celerina im Osten und der Suvretta im Westen. Der Ort selbst liegt auf 1.800 Metern, entsprechend kurz ist der Weg vom Hotel zur Talstation.
Es gibt vier Zugänge ins Skigebiet:
- Standseilbahn ab St. Moritz Dorf über die Mittelstation Chantarella hinauf nach Corviglia
- Signalbahn ab St. Moritz Bad
- Gondelbahn ab Celerina hinauf nach Marguns
- Sessellift im Bereich Suvretta am westlichen Ortsrand
Mit dem Auto führt die Anreise aus dem Raum Zürich über Chur und den Julierpass. Der Julier wird im Winter offen gehalten, bei starkem Schneefall sind Winterausrüstung und gegebenenfalls Ketten Pflicht. Alternativ bringt der Autoverlad durch den Vereinatunnel Fahrzeuge ins Unterengadin, von dort geht es talaufwärts weiter. In St. Moritz Dorf stehen Parkhäuser zur Verfügung, die in der Hochsaison und an Wochenenden früh belegt sein können. In Celerina parkt man in der Nähe der Talstation Marguns.
Die Bahnanreise ist eine echte Alternative. Die Rhätische Bahn fährt von Chur über die Albulastrecke nach St. Moritz, die Fahrt dauert rund zwei Stunden. Vom Bahnhof St. Moritz ist die Standseilbahn in St. Moritz Dorf zu Fuß oder mit dem Ortsbus erreichbar. Innerhalb des Oberengadins verbinden Busse die Orte und Talstationen.
Pisten & Lifte
Corviglia umfasst über 100 Pistenkilometer und ist das größte zusammenhängende Skigebiet im Oberengadin. Der höchste Punkt ist der Gipfel des Piz Nair auf 3.057 Metern, erreichbar mit der Luftseilbahn ab Corviglia. Die tiefsten Punkte liegen an den Talstationen in Celerina und St. Moritz Bad, knapp über 1.700 Metern. Damit bewegt sich der Großteil des Geländes zwischen 2.000 und 3.000 Metern.
Das Gelände ist geprägt von breiten, offenen Hängen oberhalb der Waldgrenze. Die meisten Abfahrten sind rot markiert und mittelsteil, dazu kommen blaue Verbindungen rund um Corviglia und Marguns sowie einige schwarze Pisten. Bekannt ist die Weltcupstrecke am Corviglia, auf der die alpinen Skiweltmeisterschaften 2003 und 2017 ausgetragen wurden. Ihr Start, der sogenannte Freie Fall, gehört zu den steilsten Starthängen im Weltcup.
Die Teilbereiche Corviglia, Marguns, Piz Nair, Signal und Suvretta sind mit Skiern durchgehend verbunden. Abfahrten ins Tal führen nach St. Moritz Bad, zur Suvretta und nach Celerina. Die Pisten werden großflächig technisch beschneit. Zusammen mit der Höhenlage bedeutet das eine vergleichsweise lange und verlässliche Saison, die in der Regel Ende November beginnt und Anfang April endet. Ein Snowpark liegt im Bereich Corviglia.
Für wen geeignet
Fortgeschrittene Fahrer finden in Corviglia ihr ideales Revier. Die vielen roten Pisten lassen sich zu langen Runden verbinden, und wer zügig fährt, kann an einem Tag vom Piz Nair bis nach Celerina und wieder zurück zur Suvretta kommen. Der Charakter ist eher genussorientiert als technisch fordernd.
Könner fahren die Weltcupstrecke und die schwarzen Abfahrten vom Piz Nair. Bei guten Bedingungen gibt es abseits der Pisten Varianten, für die Ortskenntnis oder ein Bergführer nötig sind. Wer vor allem Steilhänge über viele Tage sucht, ist am Corvatsch oder an der Diavolezza auf der anderen Talseite besser aufgehoben, beide sind im selben Skipass enthalten.
Für Anfänger gibt es flache Übungsbereiche bei Corviglia und Salastrains. Familien kommen gut zurecht, weil die Skischulen Kinderbereiche betreiben und die blauen Pisten breit angelegt sind. Die Höhenlage ist an kalten Tagen allerdings spürbar, kleine Kinder sollten entsprechend warm ausgerüstet sein.
Nicht ideal ist Corviglia für Gäste mit knappem Budget. Skipass, Einkehr und Unterkunft liegen in St. Moritz über dem Niveau vieler Gebiete in Österreich oder Italien.
Skipass & Preise
Corviglia ist Teil des Skipasses Engadin St. Moritz. Ein Ticket gilt für alle Skigebiete im Oberengadin, darunter Corvatsch, Diavolezza und Lagalb. Die Preise folgen einem dynamischen Modell: Der Tarif hängt vom Datum, der erwarteten Nachfrage und dem Zeitpunkt der Buchung ab. Wer früh online kauft, zahlt in der Regel deutlich weniger als an der Kasse am selben Tag.
Für Übernachtungsgäste in teilnehmenden Hotels gibt es regelmäßig spezielle Hotelangebote mit vergünstigtem Skipass. Kinder und Jugendliche erhalten Ermäßigungen, die genauen Altersgrenzen und aktuellen Tarife für die Saison 2026/27 stehen auf der offiziellen Website der Bergbahnen. Die Preise werden in Schweizer Franken angegeben.
Einkehr & Service
Am Berg verteilen sich zahlreiche Restaurants und Hütten. Bekannt sind das El Paradiso oberhalb der Suvretta mit Blick über das Tal und die Gastronomie direkt an der Bergstation Corviglia. Bei Salastrains und Marguns liegen weitere Einkehrmöglichkeiten nah an den Pisten.
In St. Moritz ist die Schweizer Skischule St. Moritz ansässig, eine der ältesten Skischulen der Schweiz. Daneben gibt es weitere Ski und Snowboardschulen im Ort und an der Suvretta. Verleihgeschäfte finden sich an den Talstationen und im Ortszentrum, viele bieten auch Skidepots an.
Tipps
- Früh online buchen: Durch das dynamische Preismodell spart man vor allem an Wochenenden und in den Ferien spürbar, wenn der Skipass einige Tage im Voraus gekauft wird.
- Den Einstieg nach Wohnort wählen: Wer im Westen wohnt, startet an der Suvretta oder mit der Signalbahn, Gäste aus Celerina nehmen die Gondel nach Marguns. So vermeidet man den Andrang an der Standseilbahn in St. Moritz Dorf.
- Den Piz Nair am Vormittag einplanen: Die Nordosthänge unter dem Gipfel liegen morgens noch im besten Schnee, nachmittags lohnen sich die sonnigen Pisten Richtung Marguns.
- Die Talabfahrten prüfen: Bei wenig Naturschnee im Frühwinter oder im späten März sind die unteren Abschnitte nach St. Moritz Bad und Celerina als erste betroffen. Ein Blick auf den aktuellen Pistenbericht spart Umwege.
- Mit der Bahn anreisen: Parkplätze im Ortszentrum sind in der Hochsaison knapp und teuer. Vom Bahnhof St. Moritz ist der Weg zur Standseilbahn kurz.
- Andere Gebiete mitnehmen: Da der Skipass im ganzen Oberengadin gilt, lohnt sich bei mehreren Skitagen ein Tag am Corvatsch oder an der Diavolezza.

