Im Oberengadin, direkt über dem Silvaplanersee, reicht das Skigebiet Corvatsch bis auf 3.303 Meter. Zusammen mit dem Nachbarberg Furtschellas oberhalb von Sils bildet es einen der beiden großen Skiberge am Südufer der Engadiner Seenplatte. Das Gebiet gehört zum Skipassverbund Engadin St. Moritz und richtet sich vor allem an sichere Fahrer, Freestyler und alle, die Wert auf Höhenlage legen.
Lage & Anreise
Die Talstation der Corvatschbahn liegt im Ortsteil Surlej der Gemeinde Silvaplana auf 1.870 Metern. Ein zweiter Einstieg befindet sich in Sils Maria, von wo die Furtschellasbahn ins Gebiet führt. St. Moritz liegt nur wenige Kilometer nordöstlich, Maloja und der gleichnamige Pass im Südwesten.
Mit dem Auto führt der Weg aus dem Norden über Chur und den Julierpass, der auch im Winter befahren wird. Bei Schneefall sollten Winterausrüstung und Schneeketten an Bord sein. Aus Italien erreicht man das Oberengadin über Chiavenna und den Malojapass. An der Talstation in Surlej gibt es Parkplätze für Tagesgäste. Zu Gebühren und Kapazität lohnt vor der Anfahrt ein Blick auf die offizielle Website.
Wer ohne Auto anreist, fährt mit der Rhätischen Bahn bis St. Moritz. Von dort verkehren Busse nach Silvaplana-Surlej und Sils. Für Gäste mit Skipass sind die Busse im Oberengadin in der Regel eine praktische Alternative zum eigenen Wagen, gerade an Wochenenden mit vollen Parkplätzen.
Pisten & Lifte
Die Corvatschbahn bringt Gäste in zwei Sektionen über die Mittelstation Murtèl zur Bergstation auf 3.303 Metern. Oben am Berg liegen Gletscherflächen, und die Pisten starten in einer Höhe, in der Schnee meist bis weit ins Frühjahr hält. Daraus ergibt sich eine Höhendifferenz von 1.433 Metern bis zur Talstation in Surlej.
Das Gelände verbindet die Bereiche Corvatsch und Furtschellas, sodass sich beide Berge an einem Tag kombinieren lassen. Ein großer Teil der Abfahrten verläuft oberhalb der Waldgrenze, weit und offen. Im unteren Bereich ziehen die Pisten durch Lärchenwald hinab zum See.
Bekannt ist die Hahnensee-Abfahrt. Sie verlässt das Gebiet in Richtung Nordosten, führt am Restaurant Hahnensee vorbei und endet in St. Moritz Bad. Für die Rückkehr zum Ausgangspunkt nimmt man den Bus.
Der Snowpark am Corvatsch zählt zu den bekannten Freestyle-Anlagen der Schweiz und bietet Lines für unterschiedliche Niveaus. Freitagabends findet die Snow Night statt: Eine Piste ist dann unter Flutlicht geöffnet, und die Bahn fährt bis in die Nacht. Beschneiungsanlagen ergänzen den Naturschnee an den Hauptabfahrten.
Für wen geeignet
Fortgeschrittene und Könner finden am Corvatsch ihr Revier. Lange rote und schwarze Hänge, die Höhenlage und die Möglichkeit, zwei Berge zu verbinden, füllen problemlos einen ganzen Tag. Freerider nutzen bei guten Verhältnissen das Gelände abseits der Pisten, allerdings nur mit Lawinenausrüstung und entsprechender Erfahrung oder mit Bergführer.
Freestyler kommen wegen des Snowparks, der als einer der Gründe gilt, überhaupt an den Corvatsch zu fahren.
Familien mit Kindern, die bereits sicher auf Skiern stehen, kommen gut zurecht. Für absolute Anfänger ist der Corvatsch weniger passend. Die Höhe, das teils steile Gelände im oberen Bereich und das raue Klima auf über 3.000 Metern sind für die ersten Skitage keine ideale Umgebung. Wer erst lernt, ist mit einem Übungsgelände im Tal oder einem flacheren Gebiet der Region besser beraten. Auch Menschen, die empfindlich auf große Höhe reagieren, sollten das bei der Planung bedenken.
Skipass & Preise
Der Corvatsch ist Teil des Skipassverbunds Engadin St. Moritz. Mit einem Verbundticket lassen sich auch Corviglia, Diavolezza und Lagalb sowie kleinere Gebiete der Region befahren. Die Preise werden in Schweizer Franken angegeben und richten sich nach Datum und Buchungszeitpunkt: Wer früh online bucht, zahlt in der Regel weniger als an der Kasse am selben Tag. Die aktuellen Tarife für die Saison 2026/27 stehen auf der offiziellen Website des Betreibers.
Zusätzlich bieten viele Hotels im Oberengadin Pauschalen an, bei denen der Skipass im Übernachtungspreis enthalten ist. Für mehrere Skitage lohnt es sich, diese Angebote mit dem Einzelkauf zu vergleichen.
Einkehr & Service
An der Mittelstation Murtèl und an der Bergstation auf 3.303 Metern gibt es gastronomische Angebote. Von der Terrasse oben reicht der Blick über die Oberengadiner Seen bis zur Berninagruppe. Auf der Hahnensee-Abfahrt liegt das Restaurant Hahnensee, ein beliebter Halt vor dem letzten Stück nach St. Moritz Bad.
Skischulen und Sportgeschäfte mit Verleih finden sich in Silvaplana, Sils und St. Moritz. An der Talstation in Surlej ist die Ausrüstung ohne weite Wege zu haben.
Tipps
- Die Snow Night am Freitagabend ist eine gute Gelegenheit, den Skitag zu verlängern. Genaue Zeiten und Termine stehen vorab auf der Website.
- Die Hahnensee-Abfahrt endet in St. Moritz Bad und nicht an der Talstation. Wer in Surlej geparkt hat, plant die Rückfahrt mit dem Bus ein.
- Skipässe früh online kaufen: Bei den datumsabhängigen Preisen im Oberengadin zahlt man bei rechtzeitiger Buchung meist deutlich weniger.
- Auf über 3.000 Metern ist es oft deutlich kälter und windiger als im Tal. Eine zusätzliche Schicht und Sonnenschutz gehören in den Rucksack.
- Am späten Winter und im Frühjahr spielt die Höhenlage ihre Stärke aus. Dann lohnt es sich, morgens zuerst hoch hinauf zu fahren, solange der Schnee oben griffig ist.
Häufige Fragen
Kann ich mit dem Corvatsch-Skipass auch in St. Moritz fahren?
Mit dem Verbundticket Engadin St. Moritz sind neben Corvatsch und Furtschellas auch Corviglia, Diavolezza und Lagalb enthalten. Zwischen den Gebieten verkehren Busse.
Wie hoch geht es am Corvatsch hinauf?
Die Bergstation liegt auf 3.303 Metern. Die Talstation in Surlej liegt auf 1.870 Metern.
Ist der Corvatsch für Anfänger geeignet?
Für die ersten Skitage eher nicht. Das hochalpine Gelände ist auf sichere Fahrer ausgelegt, Einsteiger üben besser zunächst auf flacheren Hängen im Tal.

