Tschiertschen liegt auf einer Sonnenterrasse im Schanfigg, dem Seitental, das von Chur hinauf Richtung Arosa zieht. Das Skigebiet oberhalb des Dorfes gehört zu den kleinen Anlagen Graubündens und wird vor allem von Tagesgästen aus dem Churer Rheintal und von Stammgästen im Dorf genutzt. Wer ein überschaubares Gebiet ohne großen Andrang sucht, ist hier richtig. Wer Pistenkilometer sammeln will, fährt besser weiter.
Lage & Anreise
Das Dorf liegt auf rund 1.350 Metern über dem Schanfigg, auf der Südseite des Tals und damit gegenüber der Straße nach Arosa. Die Kantonshauptstadt Chur liegt nur wenige Kilometer entfernt und ist der Ausgangspunkt für fast alle Anreisen. Von dort führt eine schmale, kurvige Bergstraße hinauf ins Dorf. Bei Neuschnee und Glätte sollten Winterreifen selbstverständlich sein, Schneeketten gehören für den Notfall in den Kofferraum.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anreise unkompliziert. Chur ist über Zürich und St. Gallen gut per Bahn erreichbar, vom Bahnhof Chur fährt das Postauto hinauf nach Tschiertschen. Die Haltestelle im Dorf liegt in Gehdistanz zur Talstation. Fahrpläne und Verbindungen gibt es bei der SBB und bei PostAuto.
Für Autofahrer stehen im Dorfbereich Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Zu Kapazität und Gebühren lohnt ein Blick auf die offizielle Website des Dorfes oder der Bergbahnen vor der Abfahrt.
Pisten & Lifte
Das Gebiet besteht aus vier Liftanlagen. Das Rückgrat ist die untere Sektion, eine Vierersesselbahn, die vom Dorf aus 480 Höhenmeter überwindet. Darüber erschließen weitere Anlagen die oberen Hänge, darunter der Skilift Gürgaletsch, benannt nach dem gleichnamigen Gipfel über dem Dorf.
Im unteren Bereich führen zwei schwarz markierte Abfahrten zurück zur Talstation. Das ist für ein kleines Gebiet bemerkenswert: Die Talabfahrten sind anspruchsvoll und verlangen eine saubere Technik, gerade wenn sie am Nachmittag vereist oder zerfahren sind. In den oberen Bereichen ist das Gelände offener und abwechslungsreicher.
Durch die Lage des Dorfes auf 1.350 Metern ist die Schneelage im unteren Teil stark vom Winter abhängig. In schneearmen Phasen kann es vorkommen, dass nicht alle Anlagen und Pisten gleichzeitig laufen. In den vergangenen Jahren waren in manchen Saisons einzelne Lifte und Pisten über längere Zeit geschlossen. Vor jedem Besuch gehört deshalb ein Blick auf den aktuellen Betriebsstatus auf der offiziellen Website zur Planung.
Für wen geeignet
Tschiertschen passt zu Fahrern, die Ruhe schätzen und auf ein großes Pistennetz verzichten können. Einheimische aus Chur nutzen das Gebiet gern für einen halben Tag oder spontane Stunden nach Neuschnee, weil die Anfahrt kurz ist.
Für gute und sportliche Fahrer sind die beiden schwarzen Talabfahrten der interessanteste Teil. Wer steile Hänge ohne Gedränge sucht, kommt hier auf seine Rechnung, allerdings auf wenigen Abfahrten. Nach einigen Runden kennt man das Gebiet.
Für Familien mit kleinen Kindern und für echte Anfänger ist Tschiertschen nur eingeschränkt zu empfehlen. Die Talabfahrten sind schwarz, und wer das Dorf auf Skiern wieder erreichen will, muss sie beherrschen. Für die ersten Schwünge eignen sich größere Gebiete mit ausgewiesenen Übungshängen besser, etwa im Kinderbereich von Arosa oder Lenzerheide.
Nicht geeignet ist das Gebiet für eine ganze Skiwoche mit Fahrern, die jeden Tag neue Pisten wollen. Hier ist das benachbarte Arosa Lenzerheide mit 225 Pistenkilometern und 48 Liften die naheliegende Wahl.
Skipass & Preise
Tschiertschen hat ein eigenes Ticketangebot und gehört nicht zum Skipass von Arosa Lenzerheide. Aktuelle Tarife für Tageskarten, Halbtageskarten und Kinder veröffentlicht der Betreiber auf seiner offiziellen Website. Dort finden sich auch Hinweise auf mögliche Vorverkaufsaktionen, die es in früheren Jahren bereits gab.
Zur Einordnung: Im großen Nachbargebiet Arosa Lenzerheide kostet die Tageskarte für Erwachsene an der Kasse in der Saison 2026/27 89 CHF, sechs Tage kosten 401 CHF. Online gibt es dort dynamische und teils günstigere Preise. Ein kleines Gebiet wie Tschiertschen liegt in der Regel deutlich darunter, was es für kurze Skitage attraktiv macht.
Einkehr & Service
Das Angebot im Gebiet selbst ist überschaubar. Im Dorf Tschiertschen gibt es Gastronomie und Unterkünfte, die sich für eine Pause oder einen Aufenthalt über mehrere Tage anbieten. Wer Leihmaterial braucht oder Unterricht nehmen möchte, sollte sich vorab über die aktuellen Angebote im Dorf informieren oder die Ausrüstung aus Chur mitbringen, wo die Auswahl an Sportgeschäften größer ist.
Tipps
- Vor der Anfahrt den Betriebsstatus prüfen: Gerade in schneearmen Wintern laufen nicht immer alle vier Anlagen.
- Die schwarzen Talabfahrten am besten am Vormittag fahren, solange die Piste noch frisch präpariert ist.
- Mit dem Postauto ab Bahnhof Chur anreisen, dann entfällt die kurvige Bergstraße bei Schneefall.
- Tschiertschen eignet sich gut für einen halben Skitag, zum Beispiel als Ergänzung zu einem Stadtbesuch in Chur.
- Wer mehrere Tage in der Region verbringt, kombiniert einen ruhigen Tag in Tschiertschen mit Skitagen in Arosa Lenzerheide.
Häufige Fragen
Ist Tschiertschen mit Arosa oder Lenzerheide verbunden?
Nein. Über eine Verbindung wird in der Region seit Jahren diskutiert, Tschiertschen ist aber ein eigenständiges Gebiet mit eigenem Skipass.
Lohnt sich die Anreise für einen ganzen Tag?
Für sportliche Fahrer, die viel Abwechslung wollen, eher nicht. Für einen ruhigen Tag mit einigen steilen Abfahrten und ohne Wartezeiten kann es sich lohnen, sofern die Schneelage passt.
Kann man ohne Auto anreisen?
Ja. Vom Bahnhof Chur fährt das Postauto nach Tschiertschen, die Talstation ist vom Dorf aus zu Fuß erreichbar.


