Hoch über dem Kärntner Mölltal liegt mit dem Mölltaler Gletscher eines der wenigen Skigebiete Österreichs südlich des Alpenhauptkamms, das auf Gletschereis betrieben wird. Die Pisten reichen bis auf 3.122 Meter. Wer im Herbst die ersten Schwünge der Saison sucht oder im Frühjahr noch Schnee braucht, wenn die Talgebiete längst geschlossen haben, findet hier ein passendes Ziel.
Lage & Anreise
Die Talstation steht in Innerfragant, einem Ortsteil der Gemeinde Flattach im oberen Mölltal. Von Flattach führt eine Stichstraße in das Fraganter Tal hinauf zur Talstation auf 1.200 Metern. Die nächsten größeren Orte im Tal sind Obervellach und Mallnitz, weiter talauswärts liegt Spittal an der Drau.
Aus Deutschland und von Salzburg aus gibt es zwei gängige Routen:
- Über die Tauernautobahn A10 bis zur Ausfahrt Spittal, dann auf der Mölltal Straße B106 talaufwärts über Obervellach nach Flattach.
- Über Bad Gastein und die Tauernschleuse: Die Autoverladung der Tauernbahn führt von Böckstein durch den Tauerntunnel nach Mallnitz. Von dort sind es nur wenige Kilometer bis ins Mölltal. Für Gäste aus dem Salzburger Land und Bayern verkürzt das die Fahrt spürbar.
Mit der Bahn erreicht man den Bahnhof Mallnitz-Obervellach an der Tauernbahn. Für die letzte Etappe nach Innerfragant empfiehlt sich ein Blick auf die offizielle Website des Skigebiets oder der Region, dort stehen aktuelle Bus- und Shuttleverbindungen.
An der Talstation in Innerfragant befinden sich die Parkplätze. Da die Stichstraße im Winter hochalpin verläuft, sollten Winterreifen selbstverständlich sein und Schneeketten im Auto liegen.
Pisten & Lifte
Das Besondere am Mölltaler Gletscher ist der Zugang. Vom Tal fährt der Gletscherexpress, eine Standseilbahn, die fast vollständig im Berginneren verläuft. Sie überwindet den Höhenunterschied bis ins eigentliche Skigebiet unabhängig von Wind und Wetter. Wo andere Gletscherbahnen bei Sturm stehen, läuft die Zubringerbahn meist weiter.
Das Skigelände selbst liegt oberhalb von 2.000 Metern und reicht bis 3.122 Meter hinauf. Oben wird auf dem Gletscher gefahren, die Hänge sind überwiegend breit und offen. Der Charakter ist hochalpin: kaum Bäume, viel Sonne bei gutem Wetter, dafür schlechte Sicht bei Nebel oder Schneefall. Die Pisten bewegen sich vor allem im mittleren Schwierigkeitsbereich, es gibt aber auch leichte Hänge und steilere Abschnitte.
Durch die Höhenlage ist die Schneelage vergleichsweise zuverlässig. Der Gletscher ermöglicht einen Saisonstart im Herbst und eine Saison bis weit ins Frühjahr hinein. Die genauen Betriebszeiten legt der Betreiber jedes Jahr neu fest, abhängig von Schnee und Gletscherzustand. Wie bei allen Gletschergebieten der Alpen hat der Rückgang des Eises auch hier Einfluss auf das nutzbare Gelände.
Im Herbst trainieren auf dem Gletscher regelmäßig Skiclubs und Rennteams. Einzelne Pisten können dann für das Training abgesperrt sein.
Für wen geeignet
Fortgeschrittene sind die eigentliche Zielgruppe. Die breiten Gletscherhänge eignen sich gut, um nach dem Sommer wieder in die Technik zu finden oder neues Material auszuprobieren.
Könner finden steilere Passagen und bei passenden Verhältnissen auch Gelände abseits der Pisten. Hochalpines Gelände auf einem Gletscher birgt allerdings Spaltengefahr. Abseits der markierten Pisten sollte man nur mit Ortskenntnis, Lawinenausrüstung oder Bergführer unterwegs sein.
Anfänger können auf den flacheren Abschnitten fahren. Die Höhe über 2.000 Metern, die dünnere Luft und die oft kalten, windigen Bedingungen machen den Gletscher aber nicht zum idealen Ort für den ersten Skitag.
Familien mit kleinen Kindern sollten die Höhe und die Temperaturen mitbedenken. Für Kinder, die bereits sicher fahren, ist ein Herbst- oder Frühjahrstag auf dem Gletscher gut machbar. Für Kleinkinder sind Gebiete in tieferen Lagen mit geschützten Übungswiesen meist angenehmer.
Wer im Hochwinter ein großes Gebiet mit vielen Talabfahrten und Hüttendichte sucht, ist hier nicht am richtigen Ort. Der Mölltaler Gletscher spielt seine Stärken im Herbst und im späten Frühjahr aus.
Skipass & Preise
Die Tarife für Tageskarten, Mehrtageskarten und Saisonkarten veröffentlicht der Betreiber auf der offiziellen Website des Mölltaler Gletschers. Dort finden sich auch Angaben zu Kinder- und Jugendtarifen sowie zu saisonal unterschiedlichen Preisen. Gletscherskigebiete arbeiten häufig mit verschiedenen Tarifen für Herbst, Winter und Frühjahr, ein Vergleich vor der Anreise lohnt sich deshalb.
Der Mölltaler Gletscher wird gemeinsam mit dem nahe gelegenen Skigebiet Ankogel in Mallnitz vermarktet. Wer mehrere Tage in der Region verbringt, sollte prüfen, ob ein gemeinsamer Skipass angeboten wird.
Einkehr & Service
Im Bereich der Bergstation des Gletscherexpress gibt es Gastronomie mit Blick auf die umliegenden Gipfel der Hohen Tauern. An der Talstation in Innerfragant befinden sich die Kassen und die Parkplätze. Welche Skischul-, Verleih- und Depotangebote in der jeweiligen Saison verfügbar sind, steht auf der offiziellen Website des Skigebiets.
Tipps
- Im Herbst sind die Wochenenden am stärksten besucht, weil dann viele Gäste die ersten Skitage der Saison nutzen. Unter der Woche ist es meist ruhiger, auch wenn Trainingsgruppen einzelne Pisten belegen.
- Die Tauernschleuse von Böckstein nach Mallnitz spart aus dem Norden die lange Anfahrt über Spittal. Die Abfahrtszeiten der Autoverladung vorher prüfen.
- Ganz oben auf über 3.000 Metern kann es auch im Oktober oder Mai sehr kalt und windig sein. Eine zusätzliche warme Schicht und Gesichtsschutz gehören in den Rucksack.
- Die Sonneneinstrahlung auf dem Gletscher ist stark. Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor und eine gute Skibrille sind Pflicht, gerade im Frühjahr.
- Vor der Anreise auf der Website den aktuellen Betriebsstand prüfen. Im Herbst ist oft nur ein Teil des Geländes geöffnet.
- Bei schlechter Sicht auf den Gletscher lohnt der Blick nach Mallnitz: Das Skigebiet Ankogel liegt nur eine kurze Autofahrt entfernt.


