Mit der Wendelstein-Seilbahn geht es von Osterhofen im oberbayerischen Bayrischzell auf einen der bekanntesten Aussichtsberge des Mangfallgebirges. Die Talstation liegt auf 792 Metern, die Bergstation auf 1.724 Metern. Wer hier im Winter mit Ski hinauffährt, sucht keinen Pistenbetrieb mit vielen Liften. Er sucht den Berg selbst.

Lage und Anreise

Die Talstation steht in Osterhofen, einem Ortsteil von Bayrischzell, an der Straße von Schliersee nach Bayrischzell. Die Adresse lautet Osterhofen 90, 83735 Bayrischzell. Aus München fährt man über die A8 bis zur Ausfahrt Weyarn oder Irschenberg und weiter über Miesbach und Schliersee ins Leitzachtal. Von Rosenheim aus führt der Weg ebenfalls über die A8 und dann über Miesbach nach Süden.

Parkplätze gibt es an der Talstation. Zu Gebühren und Kapazität informiert die Website der Wendelsteinbahn.

Für die Anreise ohne Auto ist der Wendelstein gut geeignet. Die Bahnstrecke von München über Holzkirchen und Schliersee nach Bayrischzell hat einen Halt in Osterhofen, von dort ist die Talstation zu Fuß erreichbar. Gerade an Wochenenden mit Neuschnee, wenn sich das Leitzachtal mit Tagesausflüglern füllt, ist die Bahn eine sinnvolle Alternative zum Auto.

Auf der Südseite des Wendelsteins verkehrt zusätzlich die Wendelstein-Zahnradbahn ab Brannenburg im Inntal. Sie gehört zum selben Betreiber. Ob und in welchem Umfang sie im Winter fährt, steht auf der offiziellen Website.

Pisten und Lifte

Das Rückgrat am Wendelstein ist die Seilbahn selbst. Sie überwindet vom Tal bis zur Bergstation mehr als 900 Höhenmeter. Oben erwartet die Gäste alpines Gelände rund um den Gipfelaufbau, der bis auf 1.838 Meter reicht.

Die Abfahrt vom Wendelstein ins Tal ist kein flach angelegter Familienhang. Das Gelände ist steil, teils felsig und stark von der Schneelage abhängig. Mit einer Talstation unter 800 Metern fährt der untere Bereich nur bei ausreichend Naturschnee gut. Oben auf über 1.700 Metern hält sich der Schnee länger, die Verbindung ins Tal ist aber der kritische Abschnitt. Welche Abfahrten in einem bestimmten Winter geöffnet sind und in welchem Zustand sie sich befinden, sollte man vor dem Besuch auf der Website der Wendelsteinbahn nachsehen.

Wer präparierte Pisten und ein Liftnetz sucht, findet beides im benachbarten Skigebiet Sudelfeld, wenige Kilometer weiter in Richtung Bayrischzell.

Für wen geeignet

Anfänger sind am Wendelstein falsch. Es gibt kein ausgewiesenes Übungsgelände an der Seilbahn, und die Abfahrt ins Tal verlangt sichere Technik in wechselnden Schneeverhältnissen.

Familien mit kleinen Kindern kommen besser als Ausflügler. Mit der Seilbahn hinauf, oben die Aussicht und die Einkehr, mit der Seilbahn wieder hinunter: So wird der Wendelstein zu einem guten Wintertag ohne Skiausrüstung. Für Skitage mit Kindern ist das Sudelfeld die näherliegende Wahl.

Fortgeschrittene Fahrer sollten ehrlich einschätzen, ob sie steiles, unpräpariertes Gelände sicher beherrschen. Wer nur auf gewalzten Pisten zu Hause ist, hat hier wenig Freude.

Könner, Freerider und Skitourengeher sind die eigentliche Zielgruppe. Für sie ist der Wendelstein ein Berg mit kurzem Zustieg per Bahn und einer langen Abfahrt mit ordentlich Höhenmetern. Lawinenausrüstung, Kenntnis des aktuellen Lawinenlageberichts und Erfahrung im freien Gelände gehören dazu.

Nicht geeignet ist der Wendelstein für alle, die einen klassischen Skitag mit vielen Liftfahrten und abwechslungsreichen Pisten planen.

Skipass und Preise

Am Wendelstein kauft man in der Regel Fahrkarten für die Seilbahn statt eines Skipasses für ein Liftnetz. Die aktuellen Tarife für Berg- und Talfahrt, Einzelfahrten mit Ski und etwaige Ermäßigungen für Kinder stehen auf der Website der Wendelsteinbahn. Wer an einem Tag mehrfach hinauf will, sollte vorab vergleichen, ob sich Einzelfahrten oder ein Mehrfahrtenangebot eher rechnen.

Für einen Pistentag in der Umgebung gilt ein eigener Skipass am Sudelfeld.

Einkehr und Service

Oben am Berg liegt das Wendelsteinhaus, der Berggasthof unterhalb des Gipfels. Er ist im Winter die zentrale Einkehr für Ausflügler und Skifahrer. Rund um den Gipfel liegen außerdem die Wendelsteinkirche und das Observatorium, die den Berg auch für Besucher ohne Ski interessant machen.

Skischule und Skiverleih finden sich in Bayrischzell und am Sudelfeld. Wer Lawinenausrüstung leihen möchte, fragt am besten bei den Sportgeschäften im Leitzachtal nach.

Tipps

  • Vor jedem Besuch den Lawinenlagebericht für die Bayerischen Voralpen prüfen. Am Wendelstein bewegt man sich mit Ski im alpinen Gelände.
  • Die Bahn bis Osterhofen nutzen. Der Halt liegt nahe an der Talstation, und man spart sich an vollen Wochenenden die Parkplatzsuche im Leitzachtal.
  • Nach Neuschnee lohnt es sich, früh zu fahren. Die Talstation liegt tief, der untere Teil der Abfahrt ist bei milder Witterung schnell abgefahren oder aufgeweicht.
  • Wer mit gemischten Gruppen unterwegs ist, kombiniert den Tag: Die sicheren Fahrer gehen an den Wendelstein, der Rest fährt am Sudelfeld auf präparierten Pisten.
  • Auch ohne Ski lohnt sich die Fahrt an klaren Tagen. Vom Gipfel reicht der Blick weit über das Alpenvorland und in die Alpen.
  • Die Betriebszeiten der Seilbahn in der Wintersaison vorab auf der Website der Wendelsteinbahn nachsehen, da es Revisionszeiten geben kann.