Jungholz liegt in einer Tiroler Gemeinde, die nur an einem einzigen Punkt, dem Gipfel des Sorgschrofens, mit dem restlichen Österreich verbunden ist. Straßen gibt es ausschließlich aus Bayern. Das Skigebiet am Ortsrand ist klein und übersichtlich. Es richtet sich an Familien, Einsteiger und alle, die ohne lange Anfahrtswege im Oberallgäu ein paar entspannte Stunden auf der Piste verbringen möchten.
Lage und Anreise
Die Gemeinde Jungholz gehört politisch zum Bezirk Reutte in Tirol, ist aber vollständig von bayerischem Gebiet umschlossen. Im Alltag zeigt sich das an einer Besonderheit: Der Ort ist wirtschaftlich eng mit Deutschland verbunden und hat neben der österreichischen auch eine deutsche Postleitzahl. Für Gäste bedeutet das vor allem, dass die Anreise immer über das Oberallgäu führt.
Die Zufahrt erfolgt über Wertach im Oberallgäu. Von dort ist es nur ein kurzes Stück hinauf nach Jungholz. Aus Richtung Kempten und Sonthofen ist das Gebiet vergleichsweise schnell erreichbar, aus dem Großraum München und aus Baden-Württemberg führt der Weg über die A7 bis zur Ausfahrt Oy-Mittelberg und weiter über Wertach. Eine österreichische Autobahnvignette ist nicht nötig, da keine österreichische Autobahn benutzt wird.
Parkplätze befinden sich im Ort in der Nähe der Lifte. Zu aktuellen Parkgebühren und zur Lage der einzelnen Stellflächen lohnt ein Blick auf die offizielle Website. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, fährt mit der Bahn ins Oberallgäu, etwa nach Kempten oder Sonthofen, und steigt dort in den Regionalbus um. Die Verbindungen sind im Winter nicht dicht getaktet, daher empfiehlt sich eine Planung der Rückfahrt schon vor dem Skitag.
Pisten und Lifte
Das Skigebiet erstreckt sich zwischen rund 1.150 Metern im Tal und 1.600 Metern am höchsten Punkt. Das ergibt eine Höhendifferenz von 450 Metern, verteilt auf 11 Pistenkilometer. Bedient werden die Hänge von sechs Liftanlagen. Neben einer Sesselbahn als Hauptlift sind das vor allem Schlepplifte, darunter ein Übungslift für Kinder und Anfänger.
Das Gelände ist überwiegend mittelschwer und leicht. Breite, gut einsehbare Hänge prägen das Bild, längere steile Passagen gibt es kaum. Damit eignet sich Jungholz gut zum Üben und zum Einfahren zu Beginn der Saison.
Die Höhenlage ist für ein Allgäuer Gebiet solide, liegt aber deutlich unter hochalpinen Skigebieten. In schneearmen Wintern hängt der Betrieb stark vom Wetter ab, besonders im unteren Bereich. Wer eine Fahrt plant, sollte kurz vorher den aktuellen Betriebsstand auf der Website des Betreibers prüfen.
Für wen geeignet
Anfänger: Jungholz ist ein gutes Gebiet für die ersten Schwünge. Der Übungslift ist vom übrigen Betrieb getrennt, die Wege sind kurz. Man findet sich schnell zurecht.
Familien mit Kindern: Die Größe spricht für Familien. Eltern verlieren ihre Kinder auf den übersichtlichen Hängen nicht aus dem Blick, und der Weg vom Parkplatz zum Lift ist kurz. Für einen Tag mit kleineren Kindern reicht das Angebot gut aus.
Fortgeschrittene: Wer sicher auf roten Pisten unterwegs ist, hat die Abfahrten nach einigen Stunden kennengelernt. Für einen halben Tag oder einen entspannten ganzen Tag ohne sportlichen Anspruch passt das.
Könner und sportliche Fahrer: Für diese Gruppe ist Jungholz kein Ziel für einen ganzen Skitag. Es fehlen lange, steile Abfahrten und größere Höhenmeter. Wer Abwechslung sucht, findet sie in den größeren Gebieten der Umgebung, etwa in Oberjoch bei Bad Hindelang oder im Kleinwalsertal.
Skipass und Preise
Jungholz verkauft eigene Tageskarten sowie Halbtageskarten für Erwachsene und Kinder. Die Tarife werden vor jeder Saison neu festgelegt, die gültigen Preise für die Saison 2026/27 stehen auf der offiziellen Website des Betreibers.
Für Gäste, die mehrere Gebiete im Allgäu und in den angrenzenden Tiroler Tälern kombinieren möchten, lohnt ein Vergleich der regionalen Mehrgebietskarten. Welche Verbundkarte in Jungholz aktuell gültig ist, sollte vor dem Kauf auf der Betreiberseite geprüft werden. Bei wenigen Skitagen ist die Einzelkarte vor Ort meist die einfachere Wahl.
Einkehr und Service
Am Lift gibt es einen Ski- und Snowboardverleih, sodass Einsteiger ihre Ausrüstung direkt vor Ort ausleihen können. Im Ort Jungholz befinden sich Gasthöfe und Hotels, die sich für eine Mittagspause oder den Einkehrschwung nach dem Skifahren anbieten. Zu Skischulkursen, Öffnungszeiten der Gastronomie und Angeboten für Kinder informiert die offizielle Website.
Tipps
- Jungholz eignet sich gut als Ausweichziel, wenn in den größeren Gebieten des Oberallgäus an Wochenenden und in den Ferien viel los ist.
- Bei knapper Schneelage vor der Anfahrt den aktuellen Liftbetrieb prüfen, da die Höhenlage keine Schneegarantie bietet.
- Für Familien mit Einsteigern ist ein halber Tag oft genug. Die Halbtageskarte ist dann die günstigere Wahl.
- Wer mehrere Tage im Allgäu verbringt, kann Jungholz gut mit Oberjoch kombinieren. Beide Gebiete liegen nah beieinander.
- Die Anreise erfolgt ausschließlich über Wertach. Bei Neuschnee sind Winterreifen und gegebenenfalls Schneeketten im Auto sinnvoll.
Häufige Fragen
Brauche ich für die Anreise eine österreichische Vignette?
Nein. Jungholz ist nur über deutsche Straßen erreichbar, eine österreichische Autobahn wird dabei nicht genutzt.
Womit bezahlt man in Jungholz?
Wie in ganz Österreich und Deutschland wird in Euro bezahlt.
Lohnt sich Jungholz für einen ganzen Skitag?
Für Familien und Anfänger ja. Sportliche Fahrer sind nach einigen Stunden meist durch und kombinieren besser mit einem größeren Gebiet in der Nähe.


