Mitten im Spessart, im unterfränkischen Heigenbrücken, betreibt der örtliche Skiclub mit dem Winterloch einen kleinen Skihang. Zwei Lifte, ein Kilometer Piste und eine Talstation auf 320 Metern: Das reicht für einige Stunden auf Ski, wenn der Winter im Spessart genug Schnee bringt. Das Gebiet richtet sich an Familien, Einsteiger und Skifahrer aus der Region, die für ein paar Abfahrten nicht in die Rhön oder in die Alpen fahren wollen.

Lage & Anreise

Heigenbrücken gehört zum Landkreis Aschaffenburg und liegt im westlichen Spessart. Von Aschaffenburg sind es 35 Kilometer, die Fahrt dauert eine halbe Stunde. Damit ist der Hang auch aus dem Rhein-Main-Gebiet als Tagesausflug erreichbar.

Die Zufahrt zum Winterloch hat keine eigene Straßenadresse. Für das Navigationsgerät sind deshalb die Koordinaten 50.0207, 9.3738 die zuverlässigste Angabe.

Heigenbrücken hat einen eigenen Bahnhof an der Strecke zwischen Aschaffenburg und Würzburg. Wer ohne Auto kommt, erreicht den Ort mit dem Regionalzug und geht von dort zum Hang. Aktuelle Hinweise zu Anfahrt und Parken veröffentlicht der Skiclub auf seiner Website.

Pisten & Lifte

Das Winterloch besteht aus einem einzigen Hang mit 1 km Piste. Die Höhenlage reicht von 320 bis 455 Metern, der Höhenunterschied beträgt damit 135 Meter.

Zwei Lifte erschließen das Gelände:

  • ein Schlepplift von Doppelmayr aus dem Jahr 1982 mit einer Länge von 600 Metern
  • der Kinderseillift Pinocchio mit 50 Metern Länge für die ersten Versuche auf Ski

Der Schlepplift bringt Skifahrer und Snowboarder über die gesamte Hanglänge nach oben. Unten am Pinocchio üben Kinder und Anfänger auf einem kurzen, überschaubaren Stück.

Mit einem höchsten Punkt von 455 Metern gehört das Winterloch zu den niedrig gelegenen Skihängen in Deutschland. Das hat Folgen: Betriebstage hängen stark von Kälteperioden und frischem Schneefall ab. In milden Wintern kann der Lift lange stillstehen, in guten Wintern ergeben sich dafür einzelne Wochen mit Betrieb.

Wenn Schnee liegt, lässt sich im Winterloch auch rodeln. Die Gemeinde nennt außerdem den Engländer als zweiten Ort für Schneespaß in Heigenbrücken.

Für wen geeignet

Anfänger: Der Kinderseillift und der kurze Übungsbereich sind ein guter Platz für die ersten Schwünge. Wer sicherer wird, wechselt an den Schlepplift. Voraussetzung dafür ist, dass man das Fahren am Bügel beherrscht, denn 600 Meter am Schlepplift sind für absolute Neulinge eine echte Aufgabe.

Familien mit Kindern: Hier liegt die Stärke des Winterlochs. Kurze Wege, ein eigener Kinderlift und die Möglichkeit, nebenbei zu rodeln, machen den Hang für einen Nachmittag mit kleinen Kindern attraktiv. Die Anreise aus Aschaffenburg und Umgebung ist kurz.

Fortgeschrittene: Für ein paar Abfahrten zum Einfahren vor dem Skiurlaub oder zum Auffrischen der Technik taugt der Hang. Abwechslung gibt es wenig, nach einigen Runden kennt man die Piste.

Könner und sportliche Fahrer: Für sie ist das Winterloch kein Ziel für einen ganzen Tag. Ein Kilometer Piste und 135 Höhenmeter reichen nicht für lange Carvingschwünge oder anspruchsvolles Gelände. Auch wer Funpark, Skirouten oder Freeride sucht, ist hier falsch.

Urlauber: Für einen mehrtägigen Skiurlaub ist das Gebiet nicht gedacht. Es ist ein Hang für die Region und für spontane Ausflüge bei guter Schneelage.

Skipass & Preise

Die Tarife für Tageskarten, Kinder und Punktekarten legt der Skiclub Heigenbrücken fest. Die aktuellen Preise für die Saison 2026/27 und mögliche Vergünstigungen für Vereinsmitglieder stehen auf der Website des Skiclubs. Bei einem Gebiet dieser Größe bewegen sich die Kosten erfahrungsgemäß deutlich unter dem Niveau der großen Skigebiete, ein Blick auf die offizielle Seite vor der Fahrt ist trotzdem sinnvoll.

Tipps

  • Vor der Abfahrt nachsehen: Weil der Betrieb von der Schneelage abhängt und vom Verein organisiert wird, lohnt sich vor jeder Fahrt ein Blick auf die Website des Skiclubs, ob der Lift läuft.
  • Koordinaten statt Adresse: Die Zufahrt hat keine Straßenadresse. Wer 50.0207, 9.3738 ins Navi eingibt, landet direkt am Hang.
  • Kurz nach Schneefall kommen: Auf 455 Metern hält sich Neuschnee bei Tauwetter nicht lange. Die Tage direkt nach einer Kälteperiode mit Schneefall sind die besten Chancen auf Betrieb.
  • Schlitten einpacken: Mit Kindern lohnt es sich, neben den Ski auch einen Schlitten mitzunehmen. Gerodelt wird im Winterloch und am Engländer.
  • Schlepplift mit Kindern üben: Wer mit Kindern vom Pinocchio an den großen Schlepplift wechselt, sollte die ersten Fahrten gemeinsam machen, bis das Fahren am Bügel sicher klappt.
  • Mit dem Zug anreisen: Der Bahnhof Heigenbrücken liegt an der Strecke Aschaffenburg nach Würzburg. Bei winterlichen Straßenverhältnissen im Spessart ist das eine entspannte Alternative zum Auto.