Balderschwang im Oberallgäu ist die höchstgelegene Gemeinde Deutschlands, und das Skigebiet beginnt direkt am Ort auf gut 1.040 Metern. Das Tal liegt abgeschieden hinter dem Riedbergpass, nah an der Grenze zu Vorarlberg. Wer hierher fährt, sucht meist einen ruhigeren Skitag abseits der großen Allgäuer Zentren oder einen Familienurlaub in einem überschaubaren Ort.
Lage & Anreise
Balderschwang liegt im Balderschwanger Tal im Landkreis Oberallgäu. Von deutscher Seite führt die einzige Straßenverbindung über den Riedbergpass, der mit 1.420 Metern als höchste Passstraße Deutschlands gilt. Die Auffahrt beginnt in Obermaiselstein, das Autofahrer von Fischen oder Sonthofen aus erreichen. Aus Richtung Kempten und München kommt man über die Allgäuer Täler bis zu diesem Abzweig.
Im Winter verlangt der Pass Aufmerksamkeit. Die Strecke ist kurvig und steigt deutlich an, bei Neuschnee sind Winterreifen Pflicht und Schneeketten im Kofferraum sinnvoll. Die zweite Zufahrt kommt von österreichischer Seite: Aus dem Bregenzerwald führt eine Straße über Hittisau ins Tal. Für Gäste aus Vorarlberg oder vom Bodensee ist das oft der bequemere Weg.
Die nächsten Bahnhöfe liegen an der Strecke von Immenstadt nach Oberstdorf, etwa in Sonthofen und Fischen. Von dort geht es mit dem Bus weiter ins Tal. Fahrplan und aktuelle Busverbindungen stehen auf der offiziellen Website des Skigebiets und der Gemeinde. Zu Parkplätzen und möglichen Parkgebühren lohnt sich vor der Anfahrt ebenfalls ein Blick auf die Seite des Betreibers.
Pisten & Lifte
Das Skigebiet Balderschwang kommt auf 42 Pistenkilometer. Die Lifte starten nahe am Ort, sodass viele Unterkünfte kurze Wege zur Piste haben. Das Gelände verteilt sich auf die Hänge rund um das Hochtal und ist überwiegend auf mittlere Ansprüche ausgelegt, mit Abschnitten für Einsteiger im Talbereich und anspruchsvolleren Passagen weiter oben.
Die Höhenlage ist der wichtigste Faktor für die Schneelage. Mit einer Talstation auf über 1.000 Metern liegt Balderschwang höher als viele andere Allgäuer Gebiete, deren Talstationen deutlich tiefer beginnen. Das verbessert die Ausgangslage im Frühwinter und im Spätwinter spürbar, garantiert aber keine durchgehende Saison. Wie in allen Gebieten der deutschen Alpen hängt der Betrieb von Wetter und Temperaturen ab.
Am Riedbergpass liegt mit Grasgehren ein weiteres, kleines Skigebiet. Es ist nicht mit Balderschwang verbunden und hat einen eigenen Betrieb. Eine Skiverbindung zwischen beiden Gebieten am Riedberger Horn wurde über Jahre diskutiert, ist aber nicht umgesetzt worden.
Für wen geeignet
Für Familien mit Kindern passt Balderschwang gut. Der Ort ist klein, der Verkehr im Tal gering, und die Wege von der Unterkunft zum Lift sind kurz. Kinder, die gerade das Skifahren lernen, finden im unteren Bereich flachere Hänge.
Anfänger kommen im Talbereich gut zurecht. Wer nach den ersten Tagen sicherer auf den Skiern steht, kann sich schrittweise an die längeren Abfahrten weiter oben wagen, ohne das Gebiet wechseln zu müssen.
Fortgeschrittene Fahrer, die gern gleichmäßig carven und viele Höhenmeter am Stück sammeln wollen, sind hier für einen oder zwei Tage gut aufgehoben. Mit 42 Pistenkilometern hat das Gebiet genug Umfang für einen vollen Skitag.
Weniger geeignet ist Balderschwang für Könner, die über eine ganze Urlaubswoche immer neue steile Abfahrten suchen. Wer große Skischaukeln mit mehreren Hundert Pistenkilometern gewohnt ist, wird das Gebiet nach einigen Tagen gut kennen. Auch das Nachtleben ist im Tal bewusst ruhig. Gäste, die Après Ski mit viel Betrieb suchen, sind in größeren Wintersportorten besser aufgehoben.
Skipass & Preise
In der Saison 2024/25 kostete die Tageskarte für Erwachsene 42 Euro. Damit gehört Balderschwang im Vergleich zu anderen Allgäuer Gebieten zu den günstigeren Zielen: In Ofterschwang und Gunzesried liegt die Tageskarte für Erwachsene in der Hauptsaison 2026/27 bei 57,00 Euro.
Die Tarife für die Saison 2026/27 sowie Preise für Kinder, Jugendliche, Halbtageskarten und Mehrtageskarten stehen auf der offiziellen Website des Skigebiets. Dort finden sich auch Hinweise auf Familienangebote und Saisonkarten.
Einkehr & Service
Im Ort Balderschwang gibt es Gastronomie und Unterkünfte in Pistennähe, was bei einem kleinen Bergdorf den Skitag einfach macht: Wer mittags eine längere Pause einlegen will, erreicht den Ort meist ohne große Umwege. Angebote zu Skischule, Skiverleih und Kinderbetreuung im Tal sind auf der offiziellen Website aufgeführt. Für Familien lohnt es sich, Skikurse in den Ferienzeiten frühzeitig zu buchen.
Tipps
- Vor der Abfahrt die Straßenverhältnisse am Riedbergpass prüfen. Bei starkem Schneefall kann die Anfahrt deutlich länger dauern, Schneeketten sollten griffbereit sein.
- Gäste aus Vorarlberg oder vom Bodensee fahren meist entspannter über Hittisau ins Tal und umgehen so den Pass.
- An Wochenenden und in den bayerischen Ferien früh anreisen, weil das Hochtal nur über zwei Straßen erreichbar ist und sich der Verkehr auf wenige Parkflächen verteilt.
- Grasgehren am Riedbergpass liegt auf dem Weg, ist aber nicht per Ski verbunden. Wer beide Gebiete an einem Tag fahren möchte, sollte die Ticketfrage vorher klären.
- Bahnreisende planen den Umstieg in Sonthofen oder Fischen ein und schauen vorab auf den aktuellen Busfahrplan ins Tal.
- Preise der Saison 2026/27 vor dem ersten Skitag auf der offiziellen Website nachsehen, da sich Tarife zum Saisonstart ändern können.


