Oberwiesenthal im Erzgebirge ist die höchstgelegene Stadt Deutschlands. Direkt darüber liegt das Skigebiet am Fichtelberg, dem höchsten Berg Sachsens. Mit 16 Pistenkilometern gehört es zu den größeren Wintersportzielen der deutschen Mittelgebirge. Wer aus Chemnitz, Leipzig oder Dresden kommt, findet hier alpines Skifahren ohne lange Anreise in die Alpen.
Lage und Anreise
Das Gebiet liegt am Südrand von Oberwiesenthal, unmittelbar an der Grenze zu Tschechien. Auf der tschechischen Seite schließt der Klínovec an, der als eigenes Skigebiet mit eigenem Tarifsystem betrieben wird. Der Ort selbst liegt auf über 900 Metern, die Pisten beginnen damit schon in einer Höhe, die für ein Mittelgebirge günstig ist.
Mit dem Auto führt die Anfahrt aus Richtung Chemnitz über Annaberg-Buchholz nach Oberwiesenthal. Aus Chemnitz ist man je nach Straßenverhältnissen gut eine Stunde unterwegs, aus Dresden und Leipzig entsprechend länger. Im Winter sind die Straßen im oberen Erzgebirge häufig schneebedeckt, Winterreifen sind Pflicht, Schneeketten gehören an Tagen mit Neuschnee ins Auto.
Ohne Auto kommt man mit der Bahn bis Cranzahl. Dort startet die Fichtelbergbahn, eine Schmalspurbahn, die bis nach Oberwiesenthal fährt. Die Anreise dauert dadurch länger, erspart aber die Parkplatzsuche an vollen Wochenenden. Parkmöglichkeiten gibt es im Ort in der Nähe der Liftanlagen. Aktuelle Parkgebühren und die Lage der Parkplätze stehen auf der offiziellen Website von Oberwiesenthal unter www.othal.de.
Pisten und Lifte
Die 16 Pistenkilometer verteilen sich über die Hänge zwischen Oberwiesenthal und dem Gipfel auf 1.215 Metern. Daraus ergibt sich eine Höhendifferenz von gut 300 Metern. Das klingt im Vergleich zu den Alpen wenig. Für ein deutsches Mittelgebirge ist es ein ordentlicher Wert, der auch längere Abfahrten am Stück erlaubt.
Sechs Lifte erschließen das Gebiet. Die bekannteste Anlage ist die Fichtelberg-Schwebebahn, die älteste Luftseilbahn Deutschlands, die seit 1924 vom Ort auf den Gipfel fährt. Ergänzt wird sie durch Sessel- und Schlepplifte an den verschiedenen Hängen. Das Gelände reicht von breiten, flachen Abschnitten bis zu steileren Passagen am Hauptberg.
Die Pisten werden künstlich beschneit. Das ist bei dieser Höhenlage wichtig: Auch wenn der Fichtelberg zu den schneereicheren Lagen in Deutschland zählt, schwankt die Naturschneemenge von Winter zu Winter deutlich. Die Beschneiung sichert den Betrieb auf den Hauptabfahrten, in milden Phasen sind trotzdem nicht immer alle Hänge geöffnet. Den tagesaktuellen Stand zeigt der Pistenbericht auf der offiziellen Website.
Für wen geeignet
Anfänger finden am Fichtelberg flachere Hänge, auf denen erste Schwünge gut gelingen. Wer von dort auf die längeren Abfahrten wechseln möchte, muss nicht das Gebiet wechseln.
Familien mit Kindern sind hier gut aufgehoben. Die Wege sind überschaubar, die Kinderpreise liegen spürbar unter dem Erwachsenentarif, und durch die kurze Anreise aus den sächsischen Städten lohnt sich auch ein einzelner Tag. Für Kinder ist die Fahrt mit der historischen Schwebebahn zudem ein Erlebnis für sich.
Fortgeschrittene Fahrer kommen für einen Tag gut zurecht. Die steileren Abschnitte am Hauptberg verlangen sichere Technik, und die Höhendifferenz reicht für ein paar zügige Abfahrten.
Könner und sehr sportliche Fahrer sollten ihre Erwartungen realistisch halten. Nach einem Vormittag kennt man die meisten Abfahrten, lange Talabfahrten oder hochalpines Gelände gibt es nicht. Für eine ganze Skiwoche mit ambitionierten Fahrern ist das Gebiet eher zu klein. Wer mehr Abwechslung sucht, kann einen Tag am benachbarten Klínovec einplanen.
Skipass und Preise
In der Hauptsaison kostet die Tageskarte für Erwachsene 39 Euro, für Kinder 29 Euro. Außerhalb der Hauptsaison gelten abweichende Tarife. Damit liegt der Fichtelberg im üblichen Rahmen der größeren deutschen Mittelgebirgsgebiete.
Zu Halbtageskarten, Mehrtageskarten, Familientarifen und Saisonkarten informiert die offizielle Website. Dort stehen auch die jeweils gültigen Preise der kommenden Saison, sobald sie veröffentlicht sind.
Einkehr und Service
Auf dem Gipfel des Fichtelbergs gibt es eine Einkehrmöglichkeit, die mit der Schwebebahn erreichbar ist. Im Ort Oberwiesenthal selbst finden sich zahlreiche Gaststätten, Cafés und Unterkünfte in Laufweite der Lifte. Skischulen und Skiverleih sind im Ort vertreten, sodass man die Ausrüstung auch vor Ort ausleihen kann. Ansprechpartner und Öffnungszeiten stehen auf der offiziellen Website von Oberwiesenthal.
Tipps
- An Wochenenden und in den sächsischen Winterferien kommen viele Tagesgäste aus dem Umland. Wer früh am Lift ist, fährt die ersten Stunden auf frisch präparierten Pisten.
- Die Anreise mit der Fichtelbergbahn ab Cranzahl lohnt sich besonders an vollen Tagen, weil sie das Parkproblem umgeht.
- In milden Wintern vor der Anfahrt den Pistenbericht prüfen. Welche Hänge offen sind, hängt stark von der Beschneiung und den Temperaturen ab.
- Der Klínovec auf der tschechischen Seite eignet sich als Ergänzung für einen zweiten Skitag. Er hat eigene Skipässe, die Preise sollte man vorher vergleichen.
- Am Gipfel ist es oft deutlich windiger und kälter als im Ort. Eine zusätzliche Schicht und Gesichtsschutz im Rucksack zahlen sich aus.
Häufige Fragen
Lohnt sich das Gebiet für einen ganzen Skiurlaub?
Für Familien und Einsteiger ja, besonders für einige Tage. Sportliche Fahrer kombinieren es besser mit dem Klínovec oder planen nur ein verlängertes Wochenende.
Kann man ohne Auto anreisen?
Ja. Mit der Bahn geht es bis Cranzahl, von dort mit der Fichtelbergbahn bis Oberwiesenthal. Die Lifte liegen in der Nähe des Ortes.
Ist der Fichtelberg schneesicher?
Für deutsche Mittelgebirgsverhältnisse liegt das Gebiet hoch, und die Pisten werden beschneit. In milden Wintern kann der Betrieb trotzdem eingeschränkt sein.


