Am Pröller, einem der markanten Gipfel im Vorderen Bayerischen Wald, liegt das Pröller Skidreieck. Es gehört zur Gemeinde St. Englmar im Landkreis Straubing-Bogen und ist ein typisches Mittelgebirgsskigebiet: überschaubar, gut erreichbar und vor allem auf Familien, Einsteiger und Tagesgäste aus der Region ausgerichtet. Wer ein großes Pistennetz für eine ganze Skiwoche sucht, ist hier falsch. Für einen entspannten Skitag mit Kindern oder ein paar Stunden Training nach der Arbeit passt es gut.

Lage und Anreise

Das Skigebiet liegt am Ortsrand von St. Englmar, die Zufahrt erfolgt über die Glashütter Straße. St. Englmar selbst ist ein Luftkurort auf der Hochfläche zwischen dem Donautal und dem Tal des Schwarzen Regen. Die Donaustadt Straubing ist mit dem Auto in etwa 40 Minuten erreichbar, von Deggendorf braucht man ähnlich lange. Aus Regensburg sollte man gut eine Stunde einplanen, aus dem Großraum München etwa zwei Stunden.

Die übliche Anfahrt führt über die A3 und dann über kurvige Bergstraßen hinauf nach St. Englmar. Diese Straßen liegen im Winter oft unter Schnee, Winterreifen sind Pflicht, und bei Neuschnee können Schneeketten im Kofferraum nicht schaden. Wer von Norden aus dem Raum Viechtach kommt, erreicht den Ort über die Staatsstraße aus dem Regental.

Für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Straubing der nächste größere Bahnhof. Von dort geht es mit dem Regionalbus weiter nach St. Englmar. Die Verbindungen sind im Winter nicht dicht getaktet, deshalb lohnt sich vor der Fahrt ein Blick in den aktuellen Fahrplan. Zu Parkplätzen und möglichen Gebühren informiert die offizielle Website des Skigebiets.

Pisten und Lifte

Das Pröller Skidreieck erstreckt sich über die Flanken des Pröller, dessen Gipfel 1.048 Meter erreicht. Die Abfahrten verlaufen durch die für den Bayerischen Wald typischen bewaldeten Hänge. Das Gelände ist überwiegend mäßig steil, mit breiten Abschnitten, auf denen auch weniger sichere Fahrer gut zurechtkommen.

Die Höhenlage ist für ein Mittelgebirge ordentlich, bleibt aber deutlich unter der von Alpengebieten. Die Schneelage hängt damit stark vom jeweiligen Winter ab. In schneereichen Jahren hält sich der Schnee auf der Hochfläche um St. Englmar oft länger als in den Tälern der Umgebung, in milden Wintern können Betriebstage aber auch knapp werden. Welche Pisten und Lifte gerade laufen, zeigt die Website des Betreibers tagesaktuell. Dort stehen auch die Angaben zur Beschneiung und zu einem möglichen Flutlichtbetrieb.

Der Name Skidreieck beschreibt die Anordnung der Anlagen am Berg, die zusammen ein zusammenhängendes kleines Skigebiet bilden. Man muss also nicht umparken, um die verschiedenen Hänge zu nutzen.

Für wen geeignet

Anfänger: Die gemäßigten Hänge eignen sich gut für die ersten Tage auf Ski oder Snowboard. Die Wege sind kurz, und man verliert sich nicht in einem großen Gebiet.

Familien mit Kindern: Hier liegt die eigentliche Stärke. Eltern behalten ihre Kinder leichter im Blick als in weitläufigen Alpengebieten, und die kurze Anfahrt aus Niederbayern und der Oberpfalz spart Nerven. Für einen halben Tag oder einen Nachmittag lohnt sich der Ausflug auch mit kleinen Kindern.

Fortgeschrittene: Wer sicher fährt, findet genug Abwechslung für ein paar Stunden Technikübung oder ein kurzes Training. Nach einigen Stunden kennt man die Abfahrten allerdings.

Könner und sportliche Fahrer: Für einen ganzen Tag mit hohem Anspruch ist das Gebiet zu klein. Lange, steile Abfahrten, Freeride-Gelände oder große Höhenunterschiede gibt es hier nicht. Wer das sucht, fährt besser an den Arber oder gleich in die Alpen.

Nicht passend ist das Pröller Skidreieck für eine klassische Skiwoche mit täglich vielen Pistenkilometern. Als Ergänzung zu einem Urlaub im Bayerischen Wald oder als Tagesausflug funktioniert es dagegen gut.

Skipass und Preise

Die Preise liegen bei kleinen Skigebieten im Bayerischen Wald in der Regel deutlich unter dem Niveau der großen Alpengebiete. Die aktuellen Tarife für Tageskarten, Stundenkarten und Kinderkarten veröffentlicht der Betreiber auf seiner Website, meist kurz vor dem Saisonstart. Bei kleinen Gebieten sind Punkte- oder Stundenkarten häufig günstiger als eine volle Tageskarte, wenn man nur einige Stunden fahren möchte. Ein Vergleich lohnt sich vor allem für Familien mit jüngeren Kindern, die nicht den ganzen Tag auf der Piste bleiben.

Einkehr und Service

St. Englmar ist ein touristisch geprägter Ort mit Gasthöfen, Pensionen und Hotels in unmittelbarer Nähe des Skigebiets. Für eine Einkehr nach dem Skifahren muss man also nicht weit fahren. Angaben zu Verleih, Skischule und Gastronomie direkt am Lift finden sich auf der offiziellen Website des Pröller Skidreiecks. Wer Kurse für Kinder plant, sollte diese in den Weihnachtsferien und in den Faschingsferien frühzeitig anfragen.

Abseits der Piste bietet St. Englmar im Winter Winterwanderwege auf der Hochfläche. Das macht den Ort für Gruppen interessant, in denen nicht alle Ski fahren.

Tipps

  • Vor der Abfahrt den Betriebsstatus auf der Website prüfen. In einem Mittelgebirgsgebiet kann sich die Lage nach Tauwetter oder Regen schnell ändern.
  • Nach frischem Schneefall lohnt es sich, früh am Vormittag zu fahren, bevor die Hänge stark befahren sind.
  • Bei winterlichen Straßenverhältnissen die Anfahrt über die Bergstraßen großzügig planen. Die letzten Kilometer hinauf nach St. Englmar sind kurvig und können glatt sein.
  • Für Familien sind die Wochentage außerhalb der bayerischen Schulferien die ruhigste Zeit.
  • Wer mehrere Tage im Bayerischen Wald verbringt, kann das Pröller Skidreieck gut mit einem Tag am Großen Arber kombinieren, um größere Abfahrten und kleine Übungshänge zu verbinden.

Häufige Fragen

Reicht das Pröller Skidreieck für einen ganzen Skitag?

Für Anfänger und Familien mit Kindern ja, für sportliche Fahrer eher nicht. Geübte Skifahrer haben die Abfahrten nach einigen Stunden kennengelernt.

Wie schneesicher ist das Gebiet?

Der Gipfel des Pröller liegt auf 1.048 Metern. Damit ist die Saison stark vom Winter abhängig. In schneereichen Jahren sind gute Bedingungen möglich, in milden Wintern kann der Betrieb eingeschränkt sein.

Lohnt sich die Anfahrt aus Regensburg oder München?

Aus Regensburg und Straubing ist das Gebiet ein bequemes Tagesziel. Aus München ist die Fahrt vergleichsweise lang, hier lohnt sich die Kombination mit einem Wochenende im Bayerischen Wald.