Wer die Kreuzkogelbahn ansteuert, landet mitten in der Skischaukel Großarltal Dorfgastein. Das Gebiet im Salzburger Pongau verbindet das Großarltal mit dem vorderen Gasteinertal über den Kreuzkogel, den höchsten Punkt des Gebiets auf 2.027 Meter. Mit 80 Pistenkilometern ist die Skischaukel groß genug für mehrere Skitage, bleibt aber überschaubar. Sie spricht vor allem Familien und Genussfahrer an, die lieber breite Hänge als Buckelpisten suchen.

Lage und Anreise

Das Skigebiet erstreckt sich zwischen zwei Talorten: Großarl auf der östlichen Seite und Dorfgastein im Westen. Die Kreuzkogelbahn führt in den Gipfelbereich auf dem Grat zwischen beiden Tälern, dort treffen sich die Pisten der beiden Seiten.

Mit dem Auto führt die Anreise über die Tauernautobahn A10. Nach Großarl geht es über die Abfahrt St. Johann im Pongau und weiter auf der Landesstraße durch die Liechtensteinklamm hinauf ins Großarltal. Nach Dorfgastein fährt man ab Bischofshofen oder Lend auf der Gasteiner Bundesstraße B167 in Richtung Bad Gastein. Die Strecke ins Gasteinertal ist gut ausgebaut. Die Straße ins Großarltal ist schmaler und im Winter bei Schneefall anspruchsvoller, Winterausrüstung ist dort Pflicht.

Für Bahnreisende ist Dorfgastein die bequemere Seite. Der Ort liegt an der Tauernbahn, Züge aus Salzburg halten direkt im Tal. Großarl hat keinen eigenen Bahnhof, der nächste liegt in St. Johann im Pongau. Von dort fahren Busse ins Großarltal. In beiden Tälern verkehren im Winter Skibusse zwischen Unterkünften und Talstationen. Parkplätze gibt es an den Talstationen beider Seiten. Details zu Gebühren und Kapazitäten stehen auf der Website der Bergbahnen.

Pisten und Lifte

Die 80 Pistenkilometer verteilen sich auf beide Talseiten und den verbindenden Gipfelbereich rund um den Kreuzkogel. Das Gelände ist überwiegend mittelschwer. Viele Abfahrten verlaufen als breite, rot markierte Pisten über Almflächen und durch lichten Wald. Blaue Varianten gibt es vor allem im oberen Bereich und an den Übungshängen der Talorte. Schwarze Abschnitte sind in der Minderheit.

Die Talstationen liegen um 830 Meter in Dorfgastein und etwas höher in Großarl. Bis zum Kreuzkogel ergibt das rund 1.200 Meter Höhenunterschied, lange Talabfahrten inklusive. Im oberen Drittel über 1.500 Meter ist die Schneelage meist stabil. Die unteren Abfahrten ins Tal hängen dagegen stärker vom Winter ab und werden technisch beschneit. In milden Phasen konzentriert sich der Betrieb auf die höheren Lagen.

Der Vorteil der Skischaukel: Beide Täler sind auf Skiern verbunden. Wer in Großarl startet, kann über den Kreuzkogel nach Dorfgastein abfahren und am Nachmittag auf demselben Weg zurück. Die Kreuzkogelbahn ist dabei eine der Anlagen, die den Übergang im Gipfelbereich erschließen.

Für wen geeignet

Familien finden hier gute Bedingungen. Beide Talorte haben Übungsgelände und Skischulen, die Wege zwischen Unterkunft, Lift und Piste sind kurz. Kinder, die bereits sicher auf roten Pisten unterwegs sind, kommen auf den breiten Abfahrten gut zurecht.

Für Anfänger ist das Gebiet brauchbar, solange sie im Bereich der Übungshänge und der leichten Pisten bleiben. Die Talabfahrten sind für echte Einsteiger teilweise zu lang und im unteren Teil bei harten Bedingungen fordernd.

Fortgeschrittene profitieren am meisten. Die Kombination aus zwei Tälern, abwechslungsreichen roten Pisten und langen Abfahrten füllt problemlos mehrere Tage.

Wer vor allem steile Pisten, Buckel oder großes Freeride-Gelände sucht, ist hier weniger gut aufgehoben. Sportliche Könner fahren das Gebiet an ein bis zwei Tagen ab. Für mehr Abwechslung bietet sich der Ski-amadé-Pass an, der auch die benachbarten Großräume erschließt.

Skipass und Preise

Die Skischaukel Großarltal Dorfgastein gehört zum Verbund Ski amadé. Neben den gebietseigenen Tageskarten gelten damit auch die Mehrtages- und Saisonkarten des Verbunds, die unter anderem Schladming Dachstein, Gastein und Hochkönig einschließen. Für einen Urlaub mit mehreren Skitagen lohnt sich meist der Verbundpass, weil ein Ausflug ins benachbarte Gastein mit Bad Hofgastein und Sportgastein inklusive ist.

Kinder und Jugendliche fahren ermäßigt, zusätzlich gibt es Familienangebote. Aktuelle Tarife für Erwachsene und Kinder, Hinweise zum Onlinekauf und zur Keycard veröffentlichen die Bergbahnen vor Saisonbeginn auf ihrer Website und auf der Seite von Ski amadé.

Einkehr und Service

Im gesamten Gebiet gibt es zahlreiche bewirtschaftete Almhütten, sowohl auf der Großarler als auch auf der Dorfgasteiner Seite. Viele davon liegen direkt an den Pisten der Mittelstation und im Gipfelbereich, sodass sich eine Mittagspause gut in eine Talquerung einbauen lässt.

In Großarl und Dorfgastein arbeiten Skischulen mit Kursen für Kinder und Erwachsene. Verleihstationen und Skidepots finden sich an den Talstationen. Wer mit kleinen Kindern anreist, sollte die Kinderbetreuung und die Kursplätze in den Weihnachts- und Faschingsferien früh buchen.

Tipps

  • Wer mit dem Zug anreist, wählt Dorfgastein als Startpunkt. Vom Bahnhof ist die Talstation schnell erreicht, der Umweg über St. Johann entfällt.
  • Die Großarler Landesstraße ist bei Neuschnee und am Samstag zum Bettenwechsel die Engstelle. Früh losfahren spart Zeit.
  • Für die Rückkehr ins Ausgangstal rechtzeitig am Kreuzkogel sein. Wer die letzte Verbindung verpasst, braucht Bus oder Taxi zurück ins andere Tal.
  • In schneearmen Phasen den Pistenbericht prüfen: Die Talabfahrten sind dann zuerst betroffen, der Gipfelbereich fährt oft noch gut.
  • Bei mehr als drei Skitagen den Ski-amadé-Pass mit dem gebietseigenen Tarif vergleichen, ein Tag in Gastein ist schnell eingebaut.
  • Morgens zuerst die Sonnenseite anfahren und nachmittags ins andere Tal wechseln, so sind die Pisten weicher und das Licht besser.