Mit 1.626 Metern ist die Gemeindealpe der Hausberg von Mitterbach am Erlaufsee und einer der höheren Skiberge im niederösterreichischen Voralpenraum. Das Gebiet liegt wenige Kilometer vor Mariazell, gleich hinter der Landesgrenze zur Steiermark, und bringt auf 15,5 Pistenkilometern eine Höhendifferenz von gut 800 Metern mit. Es richtet sich an Tagesgäste aus dem Osten Österreichs, an Familien aus dem Mariazeller Land und an Tourengeher, die eine gut erreichbare Aufstiegsroute suchen.

Lage und Anreise

Die Talstation liegt in der Seestraße in Mitterbach am Erlaufsee, im Grenzgebiet zwischen dem Mostviertel und der steirischen Region Mariazeller Land. Der Wallfahrtsort Mariazell ist nur wenige Kilometer entfernt, der Erlaufsee liegt direkt unterhalb. Mit dem Auto führt die Anreise aus Richtung Wien und St. Pölten über die Mariazeller Straße B20 durch das Pielachtal und über den Annaberg. Aus der Steiermark kommt man über Mariazell. Beide Strecken sind kurvige Passstraßen, bei Schneefall sind Winterreifen Pflicht und Ketten im Auto sinnvoll.

Ein Parkplatz befindet sich an der Talstation. Zu Parkgebühren und Kapazitäten gibt die offizielle Website Auskunft.

Für die Anreise ohne Auto ist die Mariazellerbahn interessant. Die Schmalspurbahn fährt von St. Pölten über Mitterbach nach Mariazell, der Haltepunkt Mitterbach liegt in der Nähe des Ortszentrums. Wer mit dem Zug aus Wien kommt, steigt in St. Pölten um. Die Fahrt dauert länger als mit dem Auto, dafür entfällt die Passfahrt bei Schnee.

Pisten und Lifte

Die 15,5 Pistenkilometer verteilen sich auf 7 Kilometer blaue, 7 Kilometer rote und 1,5 Kilometer schwarze Abfahrten. Erschlossen wird das Gebiet von vier Liftanlagen. Der Berg zieht sich von rund 800 Metern im Tal bis auf 1.626 Meter am Gipfel hinauf, entsprechend lang sind die Abfahrten vom oberen Bereich bis zur Talstation. Für ein Skigebiet in den niederösterreichischen Voralpen ist das eine beachtliche Höhendifferenz.

Das Gelände ist typisch für die Kalkvoralpen: bewaldete Hänge im unteren Teil, freiere Flächen weiter oben. Bei klarem Wetter reicht der Blick vom Gipfelbereich zum Ötscher und über das Mariazeller Becken.

Zur Schneelage lässt sich aus der Höhe eine Einordnung ableiten. Der obere Bereich liegt deutlich über 1.500 Metern und hält den Schnee meist länger. Die Talabfahrt endet dagegen auf einer Höhe, die in milden Wintern schnell unter Wärme und Regen leidet. Ob die gesamte Strecke bis ins Tal befahrbar ist, hängt stark vom jeweiligen Winter ab.

Neben den Pisten gibt es zwei ausgeschilderte Aufstiegsrouten für Skitourengeher. Sie sind an eine eigene Tourenkarte gebunden, die ausschließlich an der Gemeindealpe gilt.

Für wen geeignet

Anfänger finden mit 7 Kilometern blauer Piste genug Strecke, um nach den ersten Schwüngen Kilometer zu sammeln. Ein reiner Übungshang ist die Gemeindealpe aber nicht. Wer noch nie auf Skiern stand, sollte vorab bei der Skischule nachfragen, wo der Unterricht für Einsteiger stattfindet.

Familien mit Kindern, die bereits sicher auf blauen Pisten fahren, kommen gut zurecht. Die Größe ist überschaubar, man verliert sich nicht aus den Augen.

Fortgeschrittene haben mit den roten Abfahrten und den langen Höhenmetern den eigentlichen Kern des Gebiets. Ein Tag lässt sich hier gut füllen, vor allem wenn man die Abfahrt bis ins Tal mehrmals mitnimmt.

Für Könner ist das Angebot mit 1,5 Kilometern schwarzer Piste begrenzt. Wer sportlich fährt, ist nach einigen Stunden durch. Für diese Gruppe lohnt sich der Verbundpass, um am nächsten Tag auf die Bürgeralpe oder nach Annaberg zu wechseln. Skitourengeher sind die Gruppe, für die die Gemeindealpe besonders gut passt: zwei markierte Routen an einem Berg mit über 800 Metern Aufstieg, nah an Wien und St. Pölten.

Nicht passend ist das Gebiet für eine ganze Skiwoche mit ambitionierten Fahrern, wenn man nur an einem Berg bleiben will. Auch wer eine hohe Schneesicherheit bis ins Tal erwartet, sollte die Höhenlage im Hinterkopf behalten.

Skipass und Preise

Die Tageskarte für Erwachsene lag zuletzt bei 53,00 Euro. Die Tarife für die Saison 2026/27 sowie Kinder, Jugend und Seniorenpreise stehen auf der offiziellen Website der Gemeindealpe.

Die Gemeindealpe gehört zum Verbund Schiland Voralpen. Mit der gemeinsamen Karte sind die Bürgeralpe in Mariazell, die Gemeindealpe und Annaberg nutzbar, zusammen 41 Pistenkilometer. Die Saisonkarte für drei Berge wird traditionell im Herbst im Vorverkauf angeboten. In den vergangenen Jahren war das jeden Samstag im Oktober von 9:00 bis 12:00 Uhr direkt an der Kassa der Gemeindealpe möglich.

Für Tourengeher gibt es eine eigene Karte, die nur an der Gemeindealpe gilt: 6,00 Euro für den Tag und 65,00 Euro für die Saison. Sie berechtigt zur Nutzung der beiden ausgeschilderten Aufstiegsrouten. Ob diese Preise für 2026/27 unverändert gelten, zeigt die aktuelle Preisliste des Betreibers.

Einkehr und Service

Im Gipfelbereich steht das Terzerhaus, eine bewirtschaftete Hütte auf der Gemeindealpe, die bei Skifahrern und Tourengehern gleichermaßen beliebt ist. Öffnungszeiten der Hütte im Winter können von den Liftzeiten abweichen, ein Blick auf die Website lohnt sich vor dem Besuch. Im Ort Mitterbach und im nahen Mariazell gibt es weitere Gasthäuser und Unterkünfte.

Zu Skischule, Verleih und Kinderbetreuung informiert die offizielle Website der Gemeindealpe.

Tipps

  • Wer mehrere Tage in der Region verbringt, sollte den Verbund Schiland Voralpen durchrechnen. Mit Bürgeralpe und Annaberg in Reichweite rechnet sich die gemeinsame Karte schon für wenige Skitage.
  • Saisonkarten gab es in den vergangenen Jahren im Oktober samstags vormittags an der Kassa. Den Termin für 2026 rechtzeitig auf der offiziellen Website prüfen.
  • Die Betriebstage im Winter unterscheiden sich von denen im Sommer. Vor der Anreise die aktuellen Liftzeiten auf der Seite des Betreibers kontrollieren.
  • Nach Tauwetter lieber am Vormittag die oberen Pisten fahren und die Talabfahrt früh erledigen, weil der untere Bereich in der Höhe um 800 Meter zuerst weich wird.
  • Tourengeher kaufen die Tourenkarte vor dem Aufstieg und halten sich an die beiden markierten Routen. Das Terzerhaus am Gipfel ist ein sinnvolles Ziel für die Einkehr.
  • Bei Schneefall ist die Mariazellerbahn bis Mitterbach eine entspannte Alternative zur Passstraße über den Annaberg.

Häufige Fragen

Ist die Gemeindealpe mit der Bürgeralpe verbunden?

Nein, die beiden Berge sind nicht mit Skiern verbunden. Sie teilen sich aber den Verbundpass Schiland Voralpen, und die Fahrt zwischen Mitterbach und Mariazell ist kurz.

Darf man auf der Gemeindealpe mit Tourenski aufsteigen?

Ja, es gibt zwei ausgeschilderte Aufstiegsrouten. Dafür ist eine eigene Tourenkarte nötig, die nur an der Gemeindealpe gilt.

Kann man ohne Auto anreisen?

Ja, die Mariazellerbahn hält in Mitterbach. Von St. Pölten aus ist das Gebiet damit ohne Umsteigen erreichbar.