Fellhorn und Kanzelwand bilden gemeinsam ein grenzüberschreitendes Skigebiet im Süden von Oberstdorf. Die Pisten verbinden das bayerische Stillachtal mit Riezlern im österreichischen Kleinwalsertal. Das Gebiet gehört zur Skiregion Oberstdorf-Kleinwalsertal und passt vor allem zu Familien und Genussfahrern, die einen vollen Skitag auf mittelschweren Pisten verbringen wollen.

Lage & Anreise

Die Talstation der Fellhornbahn steht in Faistenoy im Stillachtal, einige Kilometer südlich des Ortszentrums von Oberstdorf. Von Norden erreicht man Oberstdorf über die A7 bis Kempten und weiter über die B19 durch Sonthofen. Hinter Oberstdorf führt die Straße ins Stillachtal zur Talstation. Dort gibt es einen großen Parkplatz direkt an der Bahn. Die aktuellen Parkgebühren stehen auf der Website der Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen.

Der zweite Zugang liegt auf österreichischer Seite: Die Kanzelwandbahn startet in Riezlern im Kleinwalsertal. Das Tal ist mit dem Auto nur über Oberstdorf erreichbar, obwohl es zu Vorarlberg gehört. Wer dort übernachtet, steigt meist an der Kanzelwandbahn ein.

Mit der Bahn endet die Strecke im Kopfbahnhof Oberstdorf, erreichbar über Immenstadt mit Anschluss aus Kempten, Ulm und München. Vom Bahnhof bringen Busse die Gäste zur Fellhornbahn. Im Kleinwalsertal fahren Linienbusse durch das Tal und halten auch an der Kanzelwandbahn. Fahrpläne und Tarife veröffentlichen die Tourismusstellen von Oberstdorf und Kleinwalsertal.

Pisten & Lifte

Das Gebiet reicht von 920 Metern an der Talstation in Faistenoy bis auf 1.967 Meter an der Bergstation der Gipfelbahn am Fellhorn. Daraus ergeben sich 1.047 Höhenmeter. Mit 36 Pistenkilometern und 13 Liftanlagen ist Fellhorn-Kanzelwand das größte der einzelnen Skigebiete rund um Oberstdorf.

Der Schwerpunkt liegt auf blauen und roten Abfahrten. Die breiten Hänge oberhalb der Waldgrenze am Fellhorn und rund um die Kanzelwand eignen sich gut zum Carven. Zwischen dem deutschen und dem österreichischen Teil pendelt man auf Skiern, ein Wechsel der Talstation ist also im Lauf des Tages möglich. Talabfahrten führen sowohl nach Faistenoy als auch nach Riezlern.

Die Erschließung erfolgt über Seilbahnen aus beiden Tälern und mehrere Sessellifte im Gipfelbereich. Die Talstation liegt vergleichsweise tief. In schneearmen Wintern ist deshalb vor allem der untere Teil der Talabfahrten wetterabhängig, während der Bereich oberhalb der Mittelstation mit knapp 2.000 Metern Gipfelhöhe länger fahrbar bleibt.

Innerhalb der gesamten Skiregion Oberstdorf-Kleinwalsertal stehen über 130 Pistenkilometer inklusive Skirouten zur Verfügung. Dazu gehören neben Fellhorn-Kanzelwand unter anderem das Nebelhorn, das Söllereck sowie die Gebiete im Kleinwalsertal.

Für wen geeignet

Anfänger finden im oberen Bereich flache, breite Hänge. Für die allerersten Schwünge ist die Seilbahnfahrt nach oben allerdings ein Aufwand. Wer noch gar nicht fahren kann, beginnt oft an kleineren Übungsliften im Tal.

Familien sind die Hauptzielgruppe. Die Pisten sind überschaubar und die Wege zwischen den Liften kurz. Das Gebiet ist groß genug, dass Eltern und Kinder auf unterschiedlichen Niveaus fahren und sich an einer Hütte wieder treffen können.

Fortgeschrittene haben hier ihren besten Tag. Die roten Abfahrten sind abwechslungsreich, und die Verbindung über die Grenze bringt Strecke.

Könner und sportliche Fahrer finden wenige wirklich steile Passagen. Wer vor allem schwarze Pisten und anspruchsvolles Gelände sucht, ist am benachbarten Nebelhorn besser aufgehoben. Fellhorn-Kanzelwand ist für diese Gruppe eher ein Ziel für einen entspannten Tag.

Skipass & Preise

In der Saison 2025/26 kostete die Tageskarte Erwachsene für das gesamte Gebiet Oberstdorf-Kleinwalsertal in der Hochsaison 68,70 Euro. Die Tarife für die Saison 2026/27 veröffentlichen die Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen vor Saisonstart auf ihrer Website. Dort stehen auch die Preise für Kinder, Jugendliche und Mehrtageskarten.

Mit der Regionskarte fährt man an allen Bergbahnen der Region, also auch am Nebelhorn, am Söllereck und an den Gebieten im Kleinwalsertal. Für einen einzelnen Tag nur am Fellhorn lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Angebote des Betreibers. Ermäßigungen für Gruppen und für Menschen mit Behinderung werden angeboten, die Konditionen stehen in der aktuellen Preisliste.

Einkehr & Service

An der Bergstation der Fellhornbahn, an der Kanzelwand und an mehreren Stellen im Gebiet gibt es Bergrestaurants und bewirtschaftete Hütten. Skischulen und Skiverleihe gibt es in Oberstdorf und in Riezlern. An der Talstation in Faistenoy stehen neben dem Parkplatz die üblichen Serviceeinrichtungen einer großen Bergbahn zur Verfügung. Öffnungszeiten der Gastronomie und Angebote der Skischulen sind auf der Website der Bergbahnen und bei den Tourismusstellen gelistet.

Tipps

  • Wer im Kleinwalsertal wohnt, startet an der Kanzelwandbahn in Riezlern und spart sich die Anfahrt über Oberstdorf.
  • Die Lifte laufen in der Saison in der Regel von 8:30 bis 16:30 Uhr. Wer die letzte Talabfahrt zur eigenen Talstation plant, sollte die aktuellen Betriebszeiten auf der Website prüfen.
  • Am Nachmittag geht es auf der Talabfahrt nach Faistenoy eng zu, weil viele gleichzeitig ins Tal wollen. Früher abfahren entzerrt die Heimfahrt.
  • In schneearmen Phasen lohnt vor der Anfahrt ein Blick auf den Pistenbericht, ob die Talabfahrten geöffnet sind oder die Talfahrt mit der Bahn nötig ist.
  • Bei mehreren Skitagen rechnet sich die Regionskarte, weil sie das steilere Nebelhorn und das familienfreundliche Söllereck einschließt.
  • Personalausweis mitnehmen: Die Pisten führen über die Staatsgrenze nach Österreich.