Andermatt+Sedrun+Disentis liegt im Zentrum der Schweizer Alpen, rund um den Oberalppass zwischen dem Urserental im Kanton Uri und der Surselva in Graubünden. Das Gebiet besteht aus mehreren Sektoren, die teils über Lifte, teils über die Bahn verbunden sind. Es richtet sich an Gäste, die mehrere Tage bleiben und unterschiedliches Gelände fahren wollen, vom breiten Familienhang bis zur steilen Nordflanke am Gemsstock.

Lage & Anreise

Andermatt liegt auf 1.444 m im Urserental, direkt nördlich des Gotthardmassivs. Sedrun und Disentis folgen westlich des Oberalppasses im Bündner Oberland. Von Zürich sind es gut 100 km bis Andermatt, von Luzern etwas weniger.

Mit dem Auto führt der Weg über die A2 bis zur Ausfahrt Göschenen und von dort durch die Schöllenenschlucht hinauf nach Andermatt. Die Straße über den Oberalppass ist im Winter für den Autoverkehr gesperrt. Wer nach Sedrun oder Disentis will, fährt deshalb über Chur und das Vorderrheintal oder nutzt ab Andermatt die Bahn. In Andermatt stehen Parkmöglichkeiten nahe den Talstationen zur Verfügung, Details zu Kapazität und Gebühren stehen auf der offiziellen Website.

Die Anreise mit dem Zug ist hier eine echte Alternative. Die SBB fahren bis Göschenen, von dort bringt die Matterhorn Gotthard Bahn Gäste in wenigen Minuten nach Andermatt. Die gleiche Bahn verbindet Andermatt über den Oberalppass mit Sedrun und Disentis und dient im Winter als Rückgrat zwischen den Sektoren. Disentis ist zusätzlich von Chur aus mit der Rhätischen Bahn erreichbar.

Pisten & Lifte

Das Gebiet umfasst gut 180 Pistenkilometer zwischen 1.130 m bei Disentis und 2.961 m am Gemsstock. Die Höhenlage ist für Schweizer Verhältnisse solide. Ein großer Teil der Abfahrten liegt oberhalb von 2.000 m, was die Saison weniger anfällig für milde Phasen macht als in tiefer gelegenen Gebieten. Die unteren Abschnitte bei Disentis hängen stärker von der Witterung ab.

Gemsstock

Der Hausberg von Andermatt wird mit einer zweistufigen Luftseilbahn erschlossen. Die Abfahrten sind überwiegend nordseitig ausgerichtet und steil. Der Gemsstock ist vor allem bei Freeridern bekannt, das Gelände abseits der markierten Pisten zählt zu den anspruchsvollsten in der Zentralschweiz. Mit Skiern ist der Gemsstock nicht direkt mit den anderen Sektoren verbunden, der Wechsel erfolgt durch den Ort.

Nätschen, Gütsch und Oberalp

Auf der gegenüberliegenden Talseite führen Gondelbahnen von Andermatt hinauf in Richtung Nätschen und Gütsch. Von dort geht es weiter über den Schneehüenerstock zum Oberalppass und hinüber nach Sedrun. Dieser Teil ist durchgehend mit Skiern befahrbar und bildet das zusammenhängende Kerngebiet. Das Gelände ist offener und weniger steil als am Gemsstock, rote und blaue Pisten überwiegen.

Sedrun

Sedrun schließt westlich an den Oberalppass an. Die Pisten ziehen sich über sonnige, breite Hänge, dazu kommen Abfahrten zurück ins Tal. Der Sektor ist gut für entspanntes Carven und für Familien geeignet.

Disentis

Disentis ist der jüngste Teil im Verbund und über die Bahn an Sedrun angebunden. Das Gebiet reicht aus dem Talboden weit hinauf und bietet ebenfalls Freeride-Gelände. Wer von Sedrun hinüberwill, plant den Zug als festen Teil des Skitags ein.

Für wen geeignet

Anfänger finden rund um Nätschen und in Sedrun flache, breite Hänge und Übungsgelände. Familien profitieren von der Bahnanbindung, weil sich Unterkünfte in Bahnhofsnähe gut mit den Talstationen kombinieren lassen. Kinder fühlen sich in den sonnigen Sektoren wohler als am schattigen Gemsstock.

Fortgeschrittene haben mit dem Weg von Andermatt über den Oberalppass nach Sedrun und zurück einen vollen Skitag vor sich. Könner und Freerider sind am Gemsstock richtig, dort liegt der Schwerpunkt des Gebiets für sportliche Fahrer. Abseits der Pisten gilt die übliche Lawinenvorsicht, Ausrüstung und Kenntnisse oder ein Bergführer sind Pflicht.

Weniger passend ist das Gebiet für Gäste, die jeden Sektor ohne Umsteigen erreichen wollen. Der Wechsel zum Gemsstock und nach Disentis kostet Zeit. Wer nur einen Tag hat, entscheidet sich besser für einen Teil und fährt diesen gründlich.

Skipass & Preise

Das Gebiet gehört zu Vail Resorts und arbeitet mit dynamischen Preisen. Der Preis der Tageskarte hängt vom Datum und vom Kaufzeitpunkt ab. Früh online gekauft ist die Karte in der Regel günstiger als an der Kasse am selben Tag. Die aktuellen Tarife für die Saison 2026/27 stehen auf der offiziellen Website von Andermatt+Sedrun+Disentis.

Zusätzlich ist das Gebiet im Epic Pass enthalten. Für Gäste, die mehrere Wochen im Winter in Vail-Gebieten unterwegs sind, kann sich dieser Pass lohnen. Mehrtageskarten decken den ganzen Verbund ab. Die Fahrten mit der Matterhorn Gotthard Bahn zwischen den Sektoren sind für Skipassinhaber auf der Strecke im Skigebiet vorgesehen, die genauen Bedingungen stehen auf der Website des Betreibers.

Einkehr & Service

An den Berg- und Mittelstationen gibt es Bergrestaurants und Selbstbedienungsbetriebe, im Kerngebiet zwischen Gütsch und Oberalp ist die Dichte am höchsten. In Andermatt selbst liegen zahlreiche Restaurants in Gehweite zu den Talstationen.

In allen drei Orten gibt es Skischulen und Sportgeschäfte mit Verleih. Für Kinder bieten die Skischulen Kurse an, Details zu Betreuungszeiten stehen jeweils auf den Seiten der Anbieter.

Tipps

  • Wer sportlich fahren will, beginnt den Tag am Gemsstock. Die Nordhänge sind morgens am besten, später am Tag wechselt man in die sonnigeren Sektoren.
  • Die Oberalpstraße ist im Winter gesperrt. Wer mit dem Auto aus der Ostschweiz kommt, fährt nach Sedrun oder Disentis über Chur und nicht über Andermatt.
  • Bei einem Tagesausflug aus Zürich oder Luzern ist der Zug über Göschenen oft entspannter als das Auto, weil die Bahn direkt am Ort hält und das Parken entfällt.
  • Skipass früh online kaufen. Durch die dynamischen Preise zahlt man bei kurzfristigem Kauf an Wochenenden und in den Ferien meist mehr.
  • Für die Runde Andermatt, Oberalp, Sedrun die Abfahrtszeiten der Bahn im Blick behalten, damit die Rückfahrt am Nachmittag nicht zum Wartespiel wird.
  • Wer Disentis einbeziehen will, plant dafür einen eigenen Tag ein, statt ihn an eine Runde über den Oberalppass anzuhängen.

Häufige Fragen

Sind alle Sektoren mit Skiern verbunden?

Nein. Nätschen, Gütsch, Oberalp und Sedrun sind durchgehend mit Skiern verbunden. Der Gemsstock liegt auf der anderen Talseite von Andermatt, Disentis erreicht man von Sedrun aus mit dem Zug.

Kann man ohne Auto anreisen?

Ja. Andermatt, Sedrun und Disentis haben Bahnhöfe der Matterhorn Gotthard Bahn, und mehrere Talstationen liegen in Gehweite zum Bahnhof.

Gilt der Epic Pass hier?

Ja, das Gebiet ist Teil des Epic Pass von Vail Resorts. Die genauen Leistungen je Passvariante stehen auf der Website des Betreibers.